wichtig: Laub wegräumen!
Die Rosskastanien-Miniermotte ist ein Kleinschmetterling, der 1984 in Mazedonien entdeckt wurde. In den Folgejahren hat er sich in Mittel- und Osteuropa stark ausgebreitet und 2000 auch das Rheinland erreicht.
wichtig: Laub wegräumen!
Die Rosskastanien-Miniermotte ist ein Kleinschmetterling, der 1984 in Mazedonien entdeckt wurde. In den Folgejahren hat er sich in Mittel- und Osteuropa stark ausgebreitet und 2000 auch das Rheinland erreicht.

Die Raupen leben in den Blättern der weißblütigen Rosskastanien und fressen dort Gänge (sog. Minen) hinein, die sich zu pfenniggroßen Hohlräumen erweitern können. Das Laub wird fleckig und verwelkt vorzeitig. Bisher ist zwar noch kein Fall bekannt geworden, in dem ein Baum infolge des Befalls abgestorben wäre, aber die Bäume werden bei starkem Befall natürlich geschwächt.
Die Miniermotten vermehren sich auch in den Blättern. Die Larven verpuppen sich dort, und nach zwei- bis dreiwöchiger Puppenruhe schlüpft die nächste Generation. Die Puppen der letzten Generation überwintern. Sie fallen mit dem Laub zu Boden und schlüpfen erst im nächsten Frühjahr.
Zur Bekämpfung eines erneuten Befalls im kommenden Jahr ist es daher wichtig, heruntergefallenes Laub möglichst frühzeitig wegzuräumen. Das Laub sollte allerdings nicht im eigenen Garten kompostiert werden, weil es in einem kleinen Komposthaufen oft nicht heiß genug wird, um die Puppen abzutöten. In großen Kompostieranlagen können die befallenen Blätter jedoch problemlos kompostiert werden. Das Laub sollte daher über die Biotonne oder Biosäcke oder bei größeren Mengen als Sonderabfuhr nach Anmeldung per Karte entsorgt werden.
Die direkte Bekämpfung der Motten ist noch schwierig, aber es gibt Erfolg versprechende Versuche mit Injektionen von Insektiziden in den Baumstamm, die über den Saftstrom in die Blätter gelangen und dort von den Raupen aufgenommen werden, ohne dass dabei der Baum Schaden nimmt. Allerdings ist dieses Verfahren noch nicht allgemein zugelassen.
Abhilfe wird hoffentlich auch die Natur selbst durch verstärkte Entwicklung der natürlichen Feinde schaffen. Dazu gehören z.B. kleine Schlupfwespen, die ihre Eier in die Raupen der Motten legen. Dass diese Hoffnung nicht unbegründet ist, zeigt der Fall anderer Miniermottenarten, die vor einigen Jahren Platanen und Robinien befallen hatten. Mit einiger Verzögerung entwickelten sich die natürlichen Feinde dieser Motten und reduzierten sie so stark, dass der Befall heute nur noch unwesentlich ist. Eine ähnliche Entwicklung erhoffen sich die Fachleute auch im Falle der Rosskastanien-Miniermotte.
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