Ausstellung vom 9.1. – 27.1. 2012 in der Bürgerhalle des Rathauses
Jahrzehntelang war die Quarzsandgrube zwischen dem Roisdorfer „Heimatblick“ und Brenig ein politisches Top-Thema weit über das Stadt- und Kreisgebiet hinaus. Geologisch ist sie hoch interessant, als Abbaugebiet war sie umstritten, als geplante Mülldeponie erregte sie heftigen Protest und aus Sicht des Naturschutzes birgt sie viele Besonderheiten.
Einiges davon haben die Naturschutzvereine, die sich der Quarzgrube und ihrer Zukunft angenommen haben, in einer Ausstellung zusammengestellt, die jetzt in der Bürgerhalle des Bornheimer Rathaus vom 9. bis zum 27.1. während der üblichen Öffnungszeiten gezeigt wird. Am Donnerstag, 12.1. 2012, um 17.15 Uhr eröffnen Bürgermeister Wolfgang Henseler, Achim Baumgartner, Vorsitzender der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Klaus Fietzek, Vorsitzender des Landschaftsschutzvereins Vorgebirge (LSV) offiziell die Ausstellung.
Zur Erinnerung: Der weiße Quarzsand sollte im großen Stil abgebaut werden. Nachdem er 1974 entdeckt wurde, stellte das damalige Bergamt Aachen die Grube unter Bergrecht, normalerweise eine sichere Bank, um den Abbau durchzusetzen. 36 Jahre dauerte der Kampf der Bornheimer – maßgeblich getragen vom LSV und der Stadt Bornheim – gegen den Abbau und die geplante Folgenutzung der Grube als Restmülldeponie für Asche aus der Müllverbrennung. In den letzten drei Jahren hat der BUND Rhein-Sieg-Kreis maßgeblich daran mitgewirkt, dass das Abbaugebiet im Mai 2011 endgültig aus dem Bergrecht entlassen und große Flächenanteile für den Naturschutz erworben werden konnten.
Die Vereine haben ein Naturschutzkonzept für das Gelände entwickelt und einiges davon bereits verwirklicht. Ehemalige Freiflächen wurden zurückgewonnen und zahlreiche Gewässer für Wasservögel und Amphibien neu geschaffen. Die ersten Erfolge dieser Schutzmaßnahmen werden sichtbar. 2011 wurden die Vogelarten erfasst – für die stolze Zahl von 66 Vogelarten stellen die Grube und die angrenzenden Flächen Lebensraum und Rückzugsgebiet dar.
Die finanziellen Mittel für all diese Aktivitäten sowie den bereits erfolgten und den noch angestrebten weiteren Ankauf von Grundstücken im Abbaugebiet stammen aus ganz verschiedenen Quellen. Der BUND hat selbst beträchtliche Eigenmittel eingesetzt, aber auch das Vogelschutz-Komitee hat im großen Umfang Grundstücke erworben und die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, die EU und die HIT Umwelt und Naturschutzstiftung gaben Fördergelder. Der wichtigste Baustein für eine erfolgreiche Umsetzung des Naturschutzkonzeptes ist jetzt natürlich das weitere ehrenamtliche Engagement der örtlichen Naturschützer, die sich daher über jede Verstärkung freuen.
Die Geschichte des Abbaugeländes, die geologischen und naturschutzfachlichen Besonderheiten, die Maßnahmenschwerpunkte und die Instrumente zu ihrer Umsetzung sind in der Ausstellung auf großformatigen Bannern und in einer Materialiensammlung dargestellt. Bürgermeister Wolfgang Henseler und Achim Baumgartner sind sich einig: Eine lohnende Ausstellung für jeden, der mehr über die besonderen Naturschätze unserer Heimat erfahren möchte!







