Jens Löffler ist das neue Gesicht im Stadtarchiv

 

Fragt man Jens Löffler, warum er Archivar geworden ist, so lautet die Antwort: „Weil ich dadurch die Geschichte in Händen halten und bewahren kann.“ Im Archiv der Stadt Bornheim, wo der Dreißigjährige am 2. Januar seinen Dienst angetreten hat, kann er ausgesprochen viel Geschichte in Händen halten.

Ist für seine neue Stelle gern ins Rheinland zurückgekehrt: der neue Stadtarchivar Jens Löffler. FOTO: STADT BORNHEIM

Denn erstens hat Bornheim eines der bestaufgestellten Archive im Rhein-Sieg-Kreis. Zweitens gibt es dort zu Jahresbeginn immer besonders viel zu tun. Und drittens ist ein bisschen was liegen geblieben, seit Löfflers Vorgänger Christian Lonnemann nach fast neun Jahren in seine niedersächsische Heimat zurückgekehrt ist, um als Kreisarchivar der Grafschaft Bentheim zu arbeiten.

Im Bewerbungsverfahren hatte sich Löffler gegen 34 Mitbewerber durchgesetzt. Für den gebürtigen Siegburger ein doppelter Grund zur Freude: Denn nach drei Jahren in München, wo er zunächst als Volontär, dann als Leiter im Archiv der Hirmer Unternehmensgruppe gearbeitet hat, kehrt er nun gern ins Rheinland zurück. „Außerdem ist ein Stadtarchiv eine noch größere Herausforderung als ein Wirtschaftsarchiv“, erklärt er. „Denn die Inhalte dort sind wichtiger und dienen allen Bürgern, nicht nur einer einzigen Firma. Daher wollte ich eigentlich schon immer Stadtarchivar werden.“

Auch Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler, dem das Archiv als „Gedächtnis der Stadt“ sehr am Herzen liegt, ist zufrieden: „Wir freuen uns, dass Herr Löffler nun bei uns ist. Und nach den ersten vier Wochen kann man schon sagen: Er macht es richtig gut.“ Löfflers erstes großes Projekt werde natürlich das Böll-Jahr sein, das mit vielen Veranstaltungen den 100. Geburtstag des Bornheimer Ehrenbürgers würdigt.

Langfristig stehe dann der Übergang vom papiernen zum elektronischen Archiv an. Und insgesamt sei auch die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen sowie mit Alfter sehr wichtig. Daher wird der neue Archivar wie sein Vorgänger zukünftig einen Tag pro Woche das Archiv der Nachbargemeinde betreuen.

Bereits während seines Masterstudiums der Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn hat Löffler in verschiedenen Archiven gearbeitet: zunächst als Studentische Hilfskraft beim Senior Experten Service, dann als Praktikant u.a. im Stadtarchiv Siegburg. Als Mitarbeiter eines lokalen Archivdienstleisters half er unter anderem bei der Verzeichnung des Pfarrarchivs der Bonner Stiftskirche.

Nach dem Studium folgte das Volontariat in München, in dessen Rahmen er einen Lehrgang der Vereinigung Deutscher Wirtschaftsarchivare und mehrere Fortbildungen an der Archivschule in Marburg besuchte. Nach erfolgreichem Abschluss des Volontariats übernahm er Anfang 2016 die Leitung des Archivs der Hirmer Unternehmensgruppe, die mit Herrenbekleidung und Immobilien handelt.

Die Vorstellung des neuen Archivars nutzte der Bürgermeister auch, um zu betonen, dass die Stadt den Bürgerinnen und Bürgern – besonders den jungen – ihre Geschichte möglichst nahe bringen möchte, zum Beispiel durch Ausstellungen. „Und wer interessante Dokumente und Fotos aus alten Zeiten zuhause hat und loswerden möchte, soll sie lieber zu uns bringen statt sie wegzuwerfen“, ruft Henseler auf. Denn das Bornheimer Archiv „finde nicht hinter verschlossenen Türen statt“, sondern stehe allen Interessierten offen.