Sternsinger bringen Neujahrssegen ins Rathaus

Ein Blick auf den Rahmen der Tür zum Vorzimmer des Bürgermeisters zeigt, dass der Besuch der Sternsinger im Bornheimer Rathaus bereits Tradition hat. Die Liste der Segensnachweise geht lückenlos bis ins Jahr 2006 zurück. Nun haben die kleinen Könige den aktuellen Aufkleber „20*C+M+B+17“ hinzugefügt.

Melchior Lucia Meuer bringt mit Hilfe von Bürgermeister Wolfgang Henseler den Segen am Türrahmen an. FOTO: STADT BORNHEIM

Der Spruch steht für das lateinische „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus). In diesem Jahr waren in Roisdorf wieder mehr als 50 Mädchen und Jungen der Katholischen Pfarrgemeinde Sankt Sebastian unterwegs, um den Roisdorferinnen und Roisdorfern den Frieden und Segen Gottes zu bringen, aber auch für notleidende Kinder in aller Welt zu sammeln.

Bürgermeister Wolfgang Henseler ist es seit jeher eine Herzensangelegenheit, die als Caspar, Melchior und Balthasar verkleideten 20 Kinder persönlich im Rathaus zu empfangen. So hat er eigens seinen Urlaub unterbrochen. „Toll, dass ihr wieder so zahlreich gekommen seid“, freute sich Henseler über den königlichen Besuch. Der Bürgermeister bedankte sich bei den Kindern für deren Engagement und überreichte ihnen eine Geldspende. Und als Wegzehrung gab es einen Korb voller süßer Naschereien. Von Diakon Adi Halbach auf der Gitarre begleitet, stimmten die mit Krone und bunten Gewändern ausgestatteten Kinder in der Bürgerhalle des Rathauses Lieder wie „Segen bringen, Segen sein“, „Halleluja“ und „Es ist Sternsingerzeit“ an. Die vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) getragene Aktion steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung in Kenia und weltweit“. Dem hatten die Roisdorfer Könige mit dem Lied „Von Tür zu Tür“ Rechnung getragen. Denn der Refrain wurde um die Zeile „mungua wabariki nyumbahii“ erweitert. Dabei handelt es sich um Swahili, die Landesprache Kenias, und heißt „Gott segne dein Zuhause“

Mit ihrem diesjährigen Motto möchten die Sternsinger auf den Klimawandel aufmerksam machen. „In weiten Teilen der Welt leiden Menschen unter den Veränderungen der klimatischen Bedingungen, die in manchen Regionen für eine extreme Trockenheit sorgen“, las die 17-jährige Marie Schönberg aus den Sternsinger-Informationen. Und Jennifer Wilhelm fügte hinzu: „Die Region Turkana im Nordwesten Kenias – ohnehin eine der ärmsten Regionen des Landes – steht im Fokus der Aktion Dreikönigssingen 2017. Die Landschaft ist von immer längeren Dürreperioden geprägt.“

Das Dreikönigssingen gibt es deutschlandweit seit dem Jahr 1959 und ist die weltweit größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. In Deutschland beteiligen sich Kinder und ehrenamtliche Helfer aus insgesamt 1200 Pfarrgemeinden an der Aktion. 2016 sammelten die Sternsinger in ganz Deutschland rund 46 Millionen Euro.