Karnevalisten waschen ihre Portemonnaies aus

Mit dem traditionellen Portemonnaie-Auswaschen am Aschermittwoch haben die Bornheimer Karnevalisten traditionell das Ende der tollen Tage besiegelt. Angeführt von Martin Franzen, der auf seiner Trommel den Takt vorgab, zog der Tross der Karnevalisten zum Herseler Rheinufer.

Angeführt von Martin Franzen zogen die Karnevalisten an den Rhein. FOTO: STADT BORNHEIM

Dort leerten die Tollitäten ihre ohnehin klammen Geldbörsen, während auch Bürgermeister Wolfgang Henseler der mitgeführten „Stadtkasse“ lediglich noch ein paar Konfettischnipsel hat entlocken können.

Bürgermeister Wolfgang Henseler hat nur noch Konfetti in der Kasse 

Begleitet von den Vorständen der Ortsausschüsse und Dorfgemeinschaften hatten sich Prinz Christian II. (Peters) und Prinzessin Katrin II. (Scherner) von den Bonner Werkstätten, das Bornheimer Prinzenpaar Matthias II. und Andrea II. (beide Schlegel), das Hersel-Uedorfer Dreigestirn Prinz Jan I. (Valentini-Stengert), Bauer Heijo (Heinz-Josef Müsseler) und Jungfrau Nobsi (Norbert Wrobel) gemeinsam mit Waldorfs Kinderprinzessin Annika I. (Kluth), Roisdorfs Prinzessin Sandra II. (Romes) und dem Mertener Dreigestirn Prinzessin Agi I. (Olligschläger-Loedel), Bauer Wilma I. (Fieber) und Jungfrau Ruth I. (Pesch) dem Trauerzug angeschlossen.

Auch das Mertener Dreigestirn hält die Geldbörsen ins Wasser 

Anschließend traf man sich in der Gaststätte „Prinzenhof“, um die Session Revue passieren zu lassen. Bürgermeister Wolfgang Henseler nutzte die Gelegenheit, um sich beim Vorsitzenden der Vereinsgemeinschaft Hersel-Uedorf, Willi Witte, für die Organisation des Vormittags sowie den Personen im Hintergrund, die dafür sorgten, dass die Karnevalszüge und andere Veranstaltungen reibungslos ablaufen würden. „Ihr habt ganz vielen Menschen unheimlich viel Spaß und Freude gebracht, und was ihr an Weiberfastnacht am Rathaus gemacht habt, war wirklich toll“, lobte Henseler nicht zuletzt auch die Tollitäten und deren Gefolge, die den Karneval in ihren Orten hervorragend repräsentiert hätten.



Der Bürgermeister schüttelt die letzten Schnipsel aus der Kasse

Bevor ihm Prinzessin Agi I. den Rathausschlüssel zurückgab, zog Henseler Bilanz: Mit zehn Zügen im Stadtgebiet stelle Bornheim so viel Züge wie kaum eine andere Kommune im Rhein-Sieg-Kreis auf die Bühne. Für die Züge zwischen Rhein und Vorgebirge sei es teilweise eine Session der Rekorde gewesen. In Merten etwa seien mit mehr als tausend Teilnehmern mehr Leute mitgelaufen als je zuvor. Die Entscheidung, im Zuge der Wetterprognosen keinen Zug frühzeitig abzusagen, sondern erst einmal abzuwarten, sei richtig gewesen. Auch die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen und die Präsenz der Polizei hätten gut getan. „Die Verlegung des Zugwegs in Roisdorf war ein voller Erfolg“, resümierte der Bürgermeister, der sich freute, dass viele Vereine, Kindergärten und Grundschulen bei den Zügen mitgewirkt hätten. „Allerdings würde ich mir wünschen, dass insbesondere die weiterführenden Schulen noch mehr eingebunden werden können“, so Henseler.

Nachdem alle Portemonnaies ausgewaschen waren traf man sich zum Aufwärmen im "Prinzenhof"

Neben den Polizeibeamten seien etwa 20 Mitarbeiter des städtischen Ordnungs- und Jugendamtes unterwegs gewesen, um Jugendschutzkontrollen durchzuführen. Insgesamt wurden dabei 1400 Personen angesprochen und rund 250 Liter Alkohol eingezogen und vernichtet worden. Die Kontrollen würden auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Insbesondere lobte Henseler die Arbeit des Jugendamtes sowie zahlreicher Ehrenamtlicher, die sich um die Versorgung der Jugendlichen mit Brötchen, Pizza, Wasser oder Tee gekümmert hatten. Vor allem in Kardorf sei schon kurz nach dem Zug alles vergriffen gewesen.

Nach dem Motto „Nach dem Karneval ist vor dem Karneval“ wies Henseler abschließend darauf hin, dass die Stadt 2018 den 50. Tollitätentreff feiern werde. Alle Jecken dürften sich schon jetzt auf ein besonderes Programm freuen.