„Erinnern für heute und morgen" mit Bornheimer Schülern

Zum Gedenken an die „Reichspogromnacht“, die sich nun zum 79. Mal jährt, laden die Stadt Bornheim, die christlichen Kirchen und die weiterführenden Schulen aus dem Stadtgebiet am Freitag, 10. November 2017, alle Bornheimerinnen und Bornheimer ein. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Standort der ehemaligen Synagoge, Königstraße 55 in Bornheim.

Anschließend ziehen die Teilnehmer zu den Stolpersteinen der Familien Cahn und Goldstein an der Königstraße 79 und am Burgbenden 4. Ein Großteil der Mitglieder der beiden jüdischen Familien wurde von den Nazis ermordet. Nähere Informationen dazu wird Stadtarchivar Jens Löffler vortragen.

Ziel der Veranstaltung „Erinnern für heute und morgen“ ist es, einerseits einen würdigen Rahmen für das Gedenken an die Opfer der Pogromnacht speziell in Bornheim zu bieten, andererseits aber auch eine aktuelle Auseinandersetzung der Jugendlichen mit Themen wie „Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft“ zu fördern.

So haben sich Bornheimer Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Projekten mit dem Themenkomplex „Jüdisches Leben“, „Vertreibung“ und „Fremdenfeindlichkeit“ auseinandergesetzt und ihn auf verschiedene Arten aufbereitet. Unter anderem haben Schüler der Europaschule mit Alisa Weil, deren Eltern 1937 mit ihr nach Palästina flohen, ein Zeitzeugeninterview geführt. Auch Peter Berrisch, der als Kind die Bornheimer Pogromnacht erlebte, berichtete von seinen Erlebnissen. Jugendliche des Kulturraumes Sechtem haben die Themen Antisemitismus und Flucht filmisch aufbereitet, was sowohl Schauspiel- als auch Dokumentarszenen beinhaltet.

Die Schülerinnen und Schüler der internationalen Klasse des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums beteiligen sich ebenfalls. Der Jugendchor der evangelischen Gemeinde unter der Leitung von Marie-Susann Rothschild und die Schulband der Heinrich-Böll-Sekundarschule werden den Abend musikalisch begleiten. Das Programm in der Europaschule, Goethestraße 1 in Bornheim, beginnt um 17.30 Uhr.

Während die „Reichspogromnacht“ in Deutschland auf den 9. November 1938 datiert wird, ereigneten sich die antisemitischen Übergriffe in Bornheim vor allem am 10. November. An diesem Tag wurde etwa die Bornheimer Synagoge im Zuge eines Brandanschlags zerstört. Dies waren die düsteren Vorzeichen der späteren Verschleppung und Ermordung der Bornheimer Juden mit dem verheerenden Ergebnis, dass das jüdische Leben an Rhein und Vorgebirge, das über mehrere Jahrhunderte währte, vollständig vernichtet wurde.