Reportage zur Eröffnung des Heinrich-Böll-Wegs

Das Bürgerradio Studio Merten berichtet in seiner nächsten Sendung des Vorgebirgsmagazins über den Heinrich-Böll-Weg, der am 25. August feierlich in Merten eröffnet wurde. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung und zahlreichen Gästen durchschnitten Bürgermeister Wolfgang Henseler, Sponsoren und Unterstützer das Band.

Die Stadt Bornheim würdigt mit dem Rundweg ihren Ehrenbürger, der seine letzten Lebensjahre in Merten verbracht hatte, somit ein weiteres Mal. Bereits 2010 verlieh die Stadt Bornheim dem Literaturnobelpreisträger postum die Ehrenbürgerwürde und verlegte zum 30. Todestag eine Gedenkplatte vor seinem ehemaligen Wohnhaus.

In der Reportage von Otto Ganser kommen viele Beteiligte zu Wort – darunter auch René Böll, der Sohn des Schriftstellers. Die Sendung hört man am Donnerstag, 28. September, von 21:04 bis 22 Uhr über Radio Bonn/Rhein-Sieg auf UKW 97,8 und 104,2. Aktuelle Infos auch auf www.studiomerten.de und www.facebook.com/StudioMerten.

Heinrich Böll in Bornheim-Merten: Der Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll (* 21. Dezember 1917 in Köln; † 16. Juli 1985 in Kreuzau-Langenbroich) zog 1982 zu seinem Sohn René in die Martinstraße nach Bornheim-Merten. Dort verbrachte der gesundheitlich angeschlagene Schriftsteller seine letzten Jahre. Auf dem Alten Mertener Friedhof fanden er und seine Frau Annemarie auch ihre letzte Ruhestätte.

Informationen zur Entstehung des Heinrich-Böll-Wegs: Die Idee zur Einrichtung eines Böll-Rundwegs durch Merten und Rösberg entstand bereits anlässlich des 30. Todestags des Literaturnobelpreisträgers 2015. Im Rahmen der Verlegung einer Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus verkündete Bürgermeister Wolfgang Henseler die Absicht, das Projekt bis zum 100. Geburtstag des Bornheimer Ehrenbürgers im Jahr 2017 realisieren zu wollen. Als Inspiration diente dabei Bölls Kurzgeschichte „Oblomow auf der Bettkannte“, in der er seine Spaziergänge durch das Vorgebirge beschreibt.

Im Rahmen der Vorbereitungen für das Gedenkjahr wurde die Idee schnell konkretisiert. Aus den ersten Treffen der Vereine, Schulen sowie Bürgerinnen und Bürger bildete sich eine Projektgruppe, die sich speziell mit der Einrichtung des Weges befasste. Zudem erhielten Stadtarchivar Jens Löffler und Dr. Wolfgang Paulus, Leiter des Umwelt- und Grünflächenamts, die seitens der Stadt Bornheim mit der Umsetzung betraut wurden, tatkräftige Unterstützung von den Ortsvorstehern Hans Gerd Feldenkirchen (Merten) und Dr. Peter Tourné (Rösberg), durch deren Orte der neue Weg führen sollte. Außerdem beteiligten sich im Rahmen der Projektgruppe die Mertener Kunsthistorikern Christel Diesler, die Lehrer Alexander Christov und Sven Brünen von der Europaschule, Walter Boscheinen vom Katholischen Bildungswerk im Rhein-Sieg-Kreis und dem ehemaligen Ratsmitglied Hans-Dieter Wienand.

QR-Codes am Wegesrand informieren die Wanderer mit Zeitzeugen-Interviews und Textauszügen. FOTO: STADT BORNHEIM

Gemeinsam einigte man sich auf eine Wegführung, die neben den historisch belegten Routen Heinrich Bölls auch die Anforderungen an einen ansprechend und abwechslungsreich gestalteten Rundweg berücksichtigen sollte. Mit Unterstützung des Naturparks Rheinland und mit Fördermitteln der Kreissparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis konnte die Ausschilderung vorgenommen und eine neue Bank an einem Aussichtspunkt an der Martinstraße aufgestellt werden. Schüler der Europaschule führten Interviews mit Zeitzeugen durch und lasen den Text „Oblomow auf der Bettkannte“ ein. Über QR-Codes sind die Audio- und Videodateien entlang der Strecke abrufbar.

Daten und Fakten zum Heinrich-Böll-Weg: Beim Heinrich-Böll-Weg handelt es sich um einen 2,9 Kilometer langen Rundweg. Der Weg kann auch als Abschnitt einer Wanderung entlang des Kappes- und Römerkanalwanderwegs gegangen werden. Beide Wege führen über die Von-Weichs-Straße am Rösberger Schloss vorbei.

Start ist am Heinrich-Böll-Platz in Merten. Von dort geht es vorbei am ehemaligen Wohnhaus des Bornheimer Ehrenbürgers und durch die typische Kulturlandschaft des Vorgebirges hoch zum barocken Rösberger Schloss. Mit einer beeindruckenden Aussicht auf das Rheintal bis hin zum Siebengebirge steigt man von dort herab zum geschichtsträchtigen Alten Mertener Friedhof, auf dem Heinrich Böll und dessen Frau Annemarie ihre letzte Ruhe fanden.

René Böll und Bürgermeister Wolfgang Henseler enthüllten gemeinsam mit den Ortsvorstehern Hans Gerd Feldenkirchen (Merten/links) und Dr. Peter Tourné (Rösberg/rechts) die Informationstafel am Schloss Rösberg. FOTO: STADT BORNHEIM  

Zwei Informationstafeln am Heinrich-Böll-Platz in Merten und an der Von-Weichs-Straße am Schloss Rösberg informieren über Heinrich Bölls Mertener Zeit, die Streckenführung und das umliegende Streckennetz der Wanderwege des Naturparks Rheinland. Die Stadt Bornheim hat außerdem einen Flyer veröffentlicht, der alle Informationen kompakt zusammenfasst.