Partnerstadt Mittweida besucht Bornheim

„Austausch auf Augenhöhe“

Wie intensiv die Partnerschaft zwischen Bornheim und Mittweida ist, zeigte der jüngste Verwaltungsaustausch beider Städte. Eigentlich umfasste die Tagesordnung, die Bürgermeister Wolfgang Henseler für das Treffen im Bornheimer Rathaus vorgesehen hatte, sechs Punkte. Aber schon das erste Thema „Digitalisierung & E-Government“ bot reichlich Diskussionsstoff, sodass die restlichen Tagesordnungspunkte erstmal vertagt wurden.

Vertreter der Partnerstädte trafen sich zum Verwaltungsaustausch im Bornheimer Rathaus

Vertreter der Partnerstädte trafen sich zum Verwaltungsaustausch im Bornheimer Rathaus

„Bei der Digitalisierung und im Bereich E-Government ist Bornheim ein Stück weiter als wir. Im kommenden Jahr führen wir die ‚digitale Rechnung‘ ein, da sind wir zurzeit noch mittendrin. Daher nehmen wir uns die Prozesse hier in unserer Partnerstadt zum Vorbild“, sagt Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber. Denn die Stadt Bornheim bietet bereits mobile Zahlverfahren und diverse digitale Dienstleistungen an. So können online etwa Bauanträge gestellt, Bewerbungen eingereicht, Hunde angemeldet und Meldebescheinigungen beantragt werden.

Die Städte Bornheim und Mittweida unterhalten seit 1991 eine lebendige Partnerschaft, die von vielen gegenseitigen Besuchen geprägt ist. Diesmal war Mittweidas Oberbürgermeister Schreiber mit einer Verwaltungsdelegation der Einladung von Bürgermeister Henseler gefolgt und drei Tage zu Gast in Bornheim. Mitgebracht hatte er Anke Kluge (Fachbereich Finanzen), Holger Müller (Fachbereich Verwaltung), Sebastian Killisch (Fachbereich Bau und Ordnung) und Francis Pohl (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit). Auf Bornheimer Seite nahm der Verwaltungsvorstand am Austausch teil; bei einzelnen Programmpunkten stießen auch Ratsmitglieder hinzu.

„Wir führen einen partnerschaftlichen Austausch auf sachlicher und freundschaftlicher Ebene. Das bringt beide Städte voran, denn wir stehen nicht in Konkurrenz zueinander und können offen miteinander reden“, betonte Bürgermeister Henseler. Amtskollege Schreiber aus Mittweida pflichtete ihm bei: „Ich bin sehr dankbar für die Art, wie wir miteinander reden. Es ist ein Austausch auf Augenhöhe. Wir nutzen die Gelegenheit immer wieder gerne, um zu sehen, wo wir im Vergleich zu unserer Partnerstadt stehen, und nehmen jeden Rat gerne an.“

Ein gemeinsames Abendessen im Restaurant Köhlz in Merten bot später die Gelegenheit, weitere Themen zu besprechen. Dazu zählten die Sicherheit städtischer Liegenschaften, Stadtentwicklung, die Modernisierung der Straßenbeleuchtung sowie NKF-Reform und Haushalt. „Im Finanzbereich habe ich während meiner 15-jährigen Amtszeit immer respektvoll und ein wenig neidisch auf Mittweida geschaut. Bewundernswert finde ich, wie es unserer Partnerstadt immer wieder gelingt, Fördergelder zu erschließen“, sagte Henseler.

„Dafür haben wir eine höhere Arbeitslosenquote als Bornheim“, erklärte Schreiber. „Für uns ist es daher eine große Herausforderung, Grundlagen zu schaffen, damit mehr Menschen nach Mittweida ziehen.“ So fehle auch in Mittweida Fachpersonal – insbesondere im Handwerksbereich.

Auf dem Programm stand auch eine Exkursion zum Biohof Bursch

Auf dem Programm stand auch eine Exkursion zum Biohof Bursch

Um den Gästen einige Facetten des Stadtgebiets zu zeigen, standen neben dem Verwaltungsaustausch auch Exkursionen auf dem Programm. Neben der Besichtigung der Kita Rilkestraße und des Spielplatzes Walberberg gab es eine Weinprobe in der Weinhandlung Antwerpen sowie eine Betriebsführung auf dem Biohof Bursch. Im Hofcafé stellten Eva Konrath und Thomas Baumann vom Verein „Rhein-Voreifel Touristik“ das aktuelle Projekt „Rheinische Apfelroute“ vor.

Ein weiterer Höhepunkt war der Ausflug zum Drachenfels in Königswinter. Dort ging es mit der Schmalspurbahn zunächst zum Drachenfelsplateau. Nach einem gemeinsamen Mittagessen startete dann die Führung des ehemaligen stellvertretenden Bürgermeisters Heinrich Hönig durch das Schloss Drachenburg.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch des Drachenfels

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch des Drachenfels