Hausmüll gehört nicht in öffentliche Müllbehälter

Die Stadt Bornheim unterhält im gesamten Stadtgebiet rund 550 öffentliche Müllbehälter. Obwohl sie wöchentlich und an Brennpunkten sogar drei Mal pro Woche geleert werden, erreichen die Stadtverwaltung immer wieder Meldungen über überfüllte „Papierkörbe“.

Nicht selten sind öffentliche Abfallbehälter randvoll mit Gewerbeabfällen oder Hausmüll gefüllt

Den Grund dafür sehen die Mitarbeiter des für die Leerung zuständigen Stadtbetriebs Bornheim (SBB) täglich auf ihren Leerungstouren: „Die Kollegen finden regelmäßig Abfallbehälter vor, die randvoll mit Gewerbeabfällen oder Hausmüll gefüllt sind. Und weil in die Mülleimer nichts mehr hineinpasst, legen einige ihre notdürftig verknoteten Plastiktüten, Flaschen oder Kartons einfach davor ab“, ärgert sich Oliver Schmitz, stellvertretender Vorstand des Stadtbetriebs. „Das geht schon aus hygienischen Gründen nicht: Speisereste locken insbesondere Ratten an, die sich auf der Suche nach Nahrung durch den Müll wühlen“, erklärt Schmitz.

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Aber es sind nicht nur Nahrungsreste, die für Unmut sorgen. Denn es gibt praktisch nichts, was die Mitarbeiter des SBB nicht bereits in öffentlichen Abfallbehältern oder davor gefunden haben. Dazu zählen etwa Schlachtabfälle, Plastiktüten mit benutzten Windeln, Batterien, Chemikalien, Renovierungsabfälle aller Art und immer wieder auch gebrauchte Spritzen und Kanülen, also sogenanntes „Fixerbesteck“, das Drogenkonsumenten zurückgelassen haben. Immer wieder greifen die Mitarbeiter beim Leeren der Mülleimer auch in Hundekot, weil Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zwar aufsammeln und sie in den dafür vorgesehenen Beuteln entsorgen, diese allerdings häufig nicht verschließen – sehr zum Ärger der Mitarbeiter, die die Behälter leeren müssen.

Das Verschließen von Hundekotbeuteln sollte ebenso selbstverständlich sein, wie die Einsicht, dass sich in einen vollen Mülleimer nicht immer noch mehr hineinstopfen lässt. Aus aktuellem Anlass weist die Stadt Bornheim also darauf hin, dass öffentliche Abfalleimer ausschließlich der Entsorgung von Müll, der unterwegs anfällt, dienen. Dabei wird üblicherweise von kleineren Mengen ausgegangen. Dazu zählen etwa Papiertaschentücher, Kaugummis oder Verpackungen von unterwegs verzehrten Speisen und Getränken. Nicht erlaubt ist es, privaten Hausmüll in öffentlichen Müllbehältern zu entsorgen. Neben dem allgemeinen Restmüll gilt dies auch für Altpapier und -glas, Elektroschrott sowie Bio-, Sperr- und Sondermüll. Anfallender Restmüll muss in der dafür vorgesehenen privaten Mülltonne entsorgt worden. Grundstückseigentümer müssen dafür entsprechende Gebühren an das kommunale Entsorgungsunternehmen zahlen.

Das Entsorgen von Hausmüll in öffentlichen Abfalleimern gilt als Ordnungswidrigkeit und kann ein Bußgeld nach sich ziehen. Dem Stadtbetrieb sind Fälle bekannt, dass die Mülleimer wenige Stunden nach der Leerung um 7 Uhr erneut überquellen. In einem anderen Ortsteil hat man eine Anwohnerin angetroffen, die mit einer Schubkarre vorgefahren war, um Erde und Laub aus ihrem Garten in den Eimer zu schaufeln. Es gibt sogar regelrechte „Stammnutzer“, die ihren Müll regelmäßig in öffentlichen Abfallbehältern entsorgen - offenbar, um auf Kosten der Allgemeinheit Müllgebühren zu sparen.

Stadtbetrieb und Stadtverwaltung bitten Bürger, die entsprechende Beobachtungen machen, sich beim Ordnungsamt der Stadt Bornheim zu melden. Zeugen, die beobachten, wie größere Mengen Abfall aus einem Fahrzeug zu einem öffentlichen Abfallbehälter gebracht oder daneben abgelegt werden, werden gebeten, sich das Kfz-Kennzeichen zu notieren und mit einem entsprechenden Hinweis der Stadt zu übermitteln. Ein ordnungsbehördliches Verfahren ist jedoch nur dann erfolgversprechend, wenn sich Hinweisgeber auch als Zeuge zur Verfügung stellen. Entsprechende Hinweise nehmen das Ordnungsamt, E-Mail: ordnungswesen(at)stadt-bornheim.de, und Manfred Kuhl vom Stadtbetrieb, E-Mail: Manfred.Kuhl(at)sbbonline.de, entgegen.