Henseler und Krauß: Bahnangebot in Roisdorf wird bleiben

Klares Votum gegen Haltausfall auf der Regionalbahnlinie 48

Im Rhein-Sieg-Kreis stößt die Überlegung, den Zug „RB 48“ in Bornheim-Roisdorf durchfahren zu lassen, auf eine breite Ablehnung. In einer gemeinsamen Pressemitteilung erteilen Bürgermeister Wolfgang Henseler und Landtagsabgeordneter Oliver Krauß dem geplanten Haltausfall auf der Regionalbahnlinie 48 eine klare Absage:

Von Roisdorf ist man in 25 Minuten am Kölner und in 5 Minuten am Bonner Hauptbahnhof.

Von Roisdorf ist man in 25 Minuten am Kölner und in 5 Minuten am Bonner Hauptbahnhof.

Es ist nur ein Satz in den Sitzungsvorlagen für die Gremien des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland (NVR), der vor allem in Bornheim und Alfter aufhorchen lässt:

„Die Chancen einer Beschleunigung der RB 48 HVZ zwischen Köln und Bonn, die aufgrund fernverkehrsbedinger Überholungen verlängerte Fahrzeiten aufweist, werden derzeit zwischen den Beteiligten geprüft.“

HVZ steht für die Hauptverkehrszeit und damit sind die im Jahr 2015 eingeführten zusätzlichen Züge der RB 48 (Wuppertal-Köln-Bonn) gemeint, die allerdings nicht bis Bonn-Mehlem fahren, sondern bereits im Bonner Hauptbahnhof enden.

Dieser eine Satz hat es jedoch in sich, da eine Beschleunigung dieser Zugverbindung nur möglich ist, wenn diese Züge künftig nicht mehr an den Stationen „Roisdorf“ und „Hürth-Kalscheuren“ halten. In Fahrtrichtung Köln gäbe es dann anstatt zwei planmäßiger Überholungen nur noch eine, die in Bornheim-Sechtem eingeplant würde. In Fahrtrichtung Bonn wären keine Überholungen mehr geplant.

Der Rhein-Erft-Kreis hatte bereits angedeutet, dass er für eine Beschleunigung der Zugverbindung einen Haltausfall in „Hürth-Kalscheuren“ hinnehmen könnte. „In Roisdorf haben wir jedoch eine andere Situation: Dieser Bahnhof wird von deutlich mehr Fahrgästen genutzt. Darüber hinaus halten in Hürth-Kalscheuren noch die Züge der Eifelstrecke, so dass dort selbst dann noch stündlich drei Züge in Richtung Köln fahren würden, wenn der Zwischenzug der RB 48 durchfahren würde“, macht der CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Krauß aus Alfter deutlich.

Im Rhein-Sieg-Kreis stößt die Überlegung, den Zug in Bornheim-Roisdorf durchfahren zu lassen, auf eine breite Ablehnung. Krauß hatte sich mit Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler abgestimmt und den Sachverhalt dann in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschusses des Rhein-Sieg-Kreises vorgetragen. Die Sprecher der anderen im Kreistag vertretenen Fraktionen sprachen sich ebenfalls gegen einen Haltausfall in Roisdorf aus.

„Die Strecke zwischen Köln und Bonn ist die nachfragestärkste Regionalbahnverbindung im gesamten Bereich des Verkehrsverbundes. Wir müssen daher die Interessen der gesamten Region berücksichtigen und für alle Stationen ein nachfragegerechtes Angebot schaffen“, erläutert Oliver Krauß, CDU-Landtagsabgeordneter und verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion Rhein-Sieg.

„Daher haben wir uns jahrelang dafür eingesetzt, dass an den Stationen Bornheim und Roisdorf zumindest in der Hauptverkehrszeit ein dritter Regionalzug hält, um der immer weiter steigenden Nachfrage nachzukommen“, teilen Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler und Oliver Krauß in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Da die Strecke aber völlig überlastet ist, konnte für Roisdorf und Sechtem ein dritter Nahverkehrszug in der Stunde nur mit den planmäßigen Überholungen eingerichtet werden. „Trotz der längeren Fahrzeit ist dies eine absolut notwendige Angebotserweiterung gewesen. Denn eine langsamere Verbindung ist besser als überhaupt keine Verbindung“, so Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler.

Der Einzugsbereich des Bahnhofes Roisdorf geht deutlich über die Grenzen der Stadt Bornheim und der Gemeinde Alfter hinaus. So nutzen Pendler aus der Gemeinde Swisttal, aber auch aus dem Bonner Norden die Möglichkeit, in Roisdorf vom Auto auf die Bahn umzusteigen.

Auch das Busangebot ist in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut worden. Mittlerweile halten bereits vier Buslinien am Bahnhof Roisdorf, wo die Pendler in die Bahnen in Richtung Bonn und Köln umsteigen.

Für Bahnkunden aus Bornheim dauert die Fahrt mit dem zusätzlichen Zug wegen der planmäßigen Überholungen nur nach Köln länger. In Fahrtrichtung Bonn sind alle Regionalbahnen von Sechtem und Roisdorf schon heute gleich schnell.

„Angesichts der regelmäßigen Verspätungen auf der linken Rheinstrecke könnte man auch süffisant behaupten, dass beim zusätzlichen Zug der RB 48 die Verspätungen bereits eingeplant sind, während die anderen Züge der Linie RB 48 und die Bahnen der Linie RB 26 (Mainz-Koblenz-Bonn-Köln) schon heute wegen unplanmäßiger Überholungen durch verspätete Fernverkehrszüge ebenfalls eine längere Fahrzeit benötigen“, so Oliver Krauß, der auch Mitglied des Verkehrsausschusses des Landtages ist.

Wolfgang Henseler verweist auf die bereits realisierten und noch anstehenden Planungen. „Die Stadt Bornheim gehört mit ihrer reizvollen Lage zwischen Rhein und Vorgebirge zu den Städten zwischen Köln und Bonn, die immer weiter wachsen. Die sehr gute ÖPNV-Anbindung, insbesondere mit den Bahnhöfen in Roisdorf und Sechtem, ist ein wesentlicher Standortfaktor – auch bei der Entwicklung von Bau- und Gewerbegebieten. Von Roisdorf ist man in 25 Minuten am Kölner und in 5 Minuten am Bonner Hauptbahnhof“, betont Henseler.

Henseler weiter: „Wir haben den Bahnhof Roisdorf bei der Stadtentwicklung immer im Blick. Um das Bahnhofsgelände attraktiver zu gestalten und Barrieren zu beseitigen, haben wir unter Beteiligung von NVR und Bahn zuletzt eine Bürgerwerkstatt veranstaltet und ein Strukturkonzept erarbeitet. Der Bahnhof muss attraktiv sein, dazu zählt, dass die Pendler und Bahnfahrer optimal bedient werden. Denn nicht zuletzt entstehen in direkter Nähe des Bahnhofs mehrere hundert neue Wohneinheiten sowie das neue Gewerbegebiet Alfter-Nord.“

Oliver Krauß, der selber den Gremien des NVR als Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises angehört, sagt zu, die ablehnende Haltung des Rhein-Sieg-Kreises entsprechend zu vertreten. Sowohl er als auch Bürgermeister Wolfgang Henseler gehen nach der einhelligen Ablehnung in Bornheim und im Rhein-Sieg-Kreis fest davon aus, dass der zuständige Zweckverband Nahverkehr Rheinland diesem Votum folgen wird.