Karnevalisten waschen Portemonnaies aus

„Jetzt schicken wir Konfetti nach Düsseldorf“, scherzte Bürgermeister Wolfgang Henseler, als er die lediglich mit bunten Papierschnipseln gefüllte Geldkassette im Rhein ausleerte. Dabei war er nicht allein. Denn mit dem traditionellen Portemonnaie-Auswaschen am Aschermittwoch haben die Bornheimer Karnevalisten klassisch das Ende der tollen Tage besiegelt.

Roisdorfs Prinzessin Jenny I. und Bürgermeister Wolfgang Henseler beim Portemonnaie-Ausweichen

Angeführt von Martin Franzen, der auf seiner Trommel den Takt vorgab, zog der Tross der Karnevalisten zum Herseler Rheinufer. Dort leerten die Tollitäten ihre ohnehin klammen Geldbörsen, während auch Bürgermeister Wolfgang Henseler der mitgeführten „Stadtkasse“ lediglich noch ein paar Konfettischnipsel hat entlocken können.
Begleitet von den Vorständen der Ortsausschüsse und Dorfgemeinschaften hatten sich das Prinzenpaar der Bonner Werkstätten, Prinz Heiko I. (Derichsweiler) und Prinzessin Stephanie I. (Schäfer), das Bornheimer Prinzenpaar Klaus I. und Astried I. (Tillmanns), das Hemmericher Dreigestirn Prinz Chris I. (Eichen), Jungfrau Walti (Berchtold) und Bauer Paul (Ihde), die Rhingprinzessinne der Vereinsgemeinschaft Hersel/Uedorf, Moni I. und Melina I. (Hemmersbach), das Mertener Prinzenpaar Volker I. und Hildegard III. (Funk), Prinzessin Jenny I. (Ackermann) aus Roisdorf, das Walberberger Dreigestirn Prinz Gaby I. (Porschen), Jungfrau Karin I. (Boos), Bauer Renate I. (Kutz) sowie die beiden Kinderprinzessinnen Hanna I. (Zimmermann) aus Sechtem und Alina I. (Baudach) aus Waldorf dem Trauerzug angeschlossen.

Angeführt von Martin Franzen zog der Tross der Karnevalisten zum Herseler Rheinufer

Anschließend traf man sich in der Gaststätte „Prinzenhof“, um die Session Revue passieren zu lassen. Bürgermeister Wolfgang Henseler nutzte die Gelegenheit, um sich bei den „Rekordtollitäten“ und deren „Crews“ für die tolle Session zu bedanken. Sein Dank galt außerdem dem Vorsitzenden der Vereinsgemeinschaft Hersel-Uedorf, Willi Witte, für die Organisation des Vormittags sowie den Personen im Hintergrund, die dafür sorgten, dass die Karnevalszüge und andere Veranstaltungen reibungslos ablaufen würden. „Als Bürgermeister begleite ich den Karneval seit nunmehr 15 Jahren. Und ich bin jedesmal beeindruckt, was ihr auf die Beine stellt“, so Henseler.

Bevor ihm Prinz Volker I. (Funk) den Rathausschlüssel zurückgab, zog Henseler Bilanz: Mit zehn Zügen im Stadtgebiet stelle Bornheim so viele wie kaum eine andere Kommune im Rhein-Sieg-Kreis auf die Beine. „Die Menschen an den Straßenrändern haben ausgelassen, aber friedlich gefeiert, sodass alles reibungslos verlaufen ist“, freute sich der Bürgermeister. Dies sei nicht selbstverständlich, handele es sich bei den Zügen doch jedes Jahr um echte Großveranstaltungen. Das sehe man auch an den Jugendschutzkontrollen. So sei das Ordnungsamt an den tollen Tagen mit 35 Mitarbeitern unterwegs gewesen. Gemeinsam mit der Polizei seien zur Durchsetzung der Glasverbote und des Jugendschutzes insgesamt rund 7.000 Personenkontrollen durchgeführt worden. Die Glasverbote hätten sich sehr gut bewährt, weil immer mehr Menschen sich daran hielten. Im Vergleich zum Vorjahr hätten deutlich mehr Personen ihre Getränke in Plastikflaschen umgefüllt. Selbst die sogenannten „Klopfer“ (Apfelkorn, Feigling etc.) seien sehr häufig in kleinen Plastikfläschchen mitgeführt worden. Dass der Sinn und Zweck des Glasverbotes voll und ganz erfüllt worden sei, belege etwa die Tatsache, dass innerhalb der Glasverbotszonen keine Schnittverletzungen hätten beklagt werden müssen. In diesem Zusammenhang dankte Henseler auch dem Bornheimer DRK und dem Malteser Hilfsdienst, die sich rund um die Züge um jene gekümmert hätten, die Hilfe benötigt hätten oder gar ärztlich versorgt werden mussten. Allein das Deutsche Rote Kreuz ist mit 95 Helfern im Einsatz gewesen und hat gut 750 Einsatzstunden geleistet.

Aschermittwoch: Trauermarsch der Bornheimer Karnevalisten

Insbesondere lobte Henseler die Arbeit des Jugendamtes, der Mitarbeiter der Offenen Kinder- und Jugendhilfen und ehrenamtlicher Helfer, die sich mit insgesamt 28 Mitarbeitern unter anderem um die Versorgung der Jugendlichen gekümmert hatten. Beim Umzug in Sechtem gab es am neuen Jugendbus des Evangelischen Kinder- und Jugendreferats im direkten Tausch gegen Bier und Hochprozentiges ein Stück heiße Pizza. Insgesamt wurden fünf Familienpizzen verteilt. Darüber hinaus wurden 180 halbe Brötchen und 70 Liter Wasser ausgegeben. In Kardorf wurden 350 halbe Brötchen, 100 Hot Dogs und 140 Liter Wasser verteilt. In Waldorf waren es 150 Brötchen, 80 Hot Dogs und 70 Liter Wasser.

Im "Stadtsäckel" des Bürgermeisters befand sich nur noch Konfetti

Nach dem Motto „Nach dem Karneval ist vor dem Karneval“ wies Henseler abschließend darauf hin, dass die Stadt am 4. Februar 2020 den 52. Tollitätentreff feiern werde. Alle Jecken dürften sich schon jetzt auf ein besonderes Programm freuen. Mit dabei sind die Band „Kasalla“, Bernd Stelter und das Kölner Traditionscorps der Blauen Funken.