Bornheim verleiht Heimatpreis im Rahmen einer Finissage

Bürgermeister Wolfgang Henseler hat am Donnerstagabend, 7. November 2019, in der Bürgerhalle des Bornheimer Rathauses im Rahmen einer Finissage die Sieger des Heimatpreises ausgezeichnet. Aufgrund der positiven Resonanz soll der Preis auch im nächsten Jahr wieder verliehen werden.

Heimatpreis: Bürgermeister Wolfgang Henseler zeichnete die drei Gewinner-Projekte aus

Heimatpreis: Bürgermeister Wolfgang Henseler zeichnete die drei Gewinner-Projekte aus

Den Heimatpreis „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“ hatte die Stadt Bornheim im Frühling 2019 ausgelobt. Bewerben konnten sich engagierte Vereine, Organisationen und Initiativen im Bornheimer Stadtgebiet bis Anfang Juli; insgesamt 16 Bewerbungen waren bei der Stadtverwaltung eingegangen. Um eine Förderung zu erhalten, mussten die Bewerber mindestens eine der folgenden Kriterien erfüllen: Das Projekt trägt zur Förderung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt bei, es erhält Geschichte und kulturelles Erbe, es macht den Ort attraktiver, es trägt zur sportlichen Ertüchtigung der Bürger bei, es fördert Bildung insbesondere von Kindern und Jugendlichen oder es gestaltet den Heimatbegriff modern und erlebbar.

Bürgermeister Wolfgang Henseler freute sich über die große Resonanz. „Die Entscheidung ist dem Arbeitskreis im Sport- und Kulturausschuss nicht leicht gefallen. Denn wir haben eine beeindruckende Vielfalt an Vorschlägen und aussagekräftigen Bewerbungen aus dem gesamten Stadtgebiet erhalten“, sagte Henseler. Ein Arbeitskreis des Sport- und Kulturausschusses hatte alle Vorschläge gesichtet und bewertet, um dann einen Beschluss über die Preisträger vorzubereiten. Wer einen Preis erhält, ist in der gestrigen Sitzung des Sport- und Kulturausschusses entschieden worden. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW fördert den Preis mit insgesamt 5.000 Euro, die an die ersten drei Sieger verteilt wurden. Neben dem Preisgeld überreichte Bürgermeister Wolfgang Henseler den Gewinnern auch eine Trophäe und eine Urkunde.

Der 1. Platz, dotiert mit 2.500 Euro, ging an den Förderkreis Historisches Walberberg e.V. Trophäe, Urkunde und Preisgeld nahm Vorstand Detlef Loch entgegen. Der Förderkreis Historisches Walberberg e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die historischen Geschehnisse in und um Walberberg allen Menschen nahezubringen – den Einheimischen ebenso wie den Zugewanderten. Der Verein hat das Heimatmuseum und den Natur-Kulturpfad eröffnet, pflegt die Mundart und restauriert wichtige Wahrzeichen Walberbergs wie den Hexenturm, den Römerkanal oder das Kriegerehrenmal. Für Kinder gab es die „Römer-Rallye“ und die „Zeitkapsel“. Die Ausstellungen zum Ersten und zum Zweiten Weltkrieg fanden weit über die Orts- und Stadtgrenzen hinaus große Beachtung. Insgesamt erfüllt der Verein alle Kriterien des Heimatpreises.

Den 2. Platz, der mit 1.500 Euro prämiert wurde, belegte der Landschaftsschutzverein Vorgebirge e.V., vertreten durch Dr. Michael Pacyna. Der Verein fördert den Schutz von Umwelt, Wasser und Landschaft. Durch heimatkundliche Beiträge für Alteingesessene und Neubürger fördert er Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Meilensteine des Schaffens sind die Wiedereröffnung des Aussichtsturms bei Botzdorf, das Heimatlexikon und die Wanderkarte für die Bornheimer Obstblütenlandschaft. Dazu kommen zahlreiche Vorträge, Exkursionen und herausragende Projekte wie das Pflanzen einer Vogelschutzhecke als gemeinsame Aktion mit der Flüchtlingshilfe – und natürlich der jahrzehntelange Kampf gegen die Umweltzerstörung durch Quarzsandabbau.

Mit dem 3. Platz und 1.000 Euro Preisgeld ausgezeichnet wurde das Volxtheater Rösberg. Zur Preisübergabe gekommen war die Leitung um Maria Hirsch und Christof Ernst. Das Volxtheater Rösberg gibt es seit 2002. Mit ihren unterhaltsamen Stücken, in denen sich Schauspiel und musikalische Darbietungen abwechseln, füllt die ehrenamtliche Gruppe immer wieder mühelos die Kaiserhalle. Alle Stücke spielen im Vorgebirge und setzen sich humorvoll und im „Vürjebirchs-Platt“ mit der bewegten Geschichte unserer Region auseinander. So wird das Thema „Heimat“ auf frische, moderne Art erlebbar gemacht.

Im Zuge der Preisverleihung fand auch die Finissage der Ausstellung „Die Kirsche im Dorf lassen“ statt. Die Werke der Bornheimer Künstlerin Astrid Meiners-Heithausen waren seit Mitte Oktober in der Bürgerhalle des Bornheimer Rathauses zu sehen. Ihre „Photomalereien“ waren das Ergebnis einer Umfrage, in der die Künstlerin Menschen verschiedenen Alters in unterschiedlichen Lebenssituationen gebeten hatte, ihre Gedanken zum Thema „Heimat“ aufzuschreiben. Zu diesen Texten waren Bilder entstanden, die einen – immer subjektiven – Heimatbegriff aus verschiedenen Blickwinkeln und Positionen beleuchten.