Eindrucksvolle Exponate der Astronomie

Ausstellung im Bornheimer Rathaus

Aspekte der Sternhimmel-Beobachtung von Argelander bis zur eigenen Himmelserkundung mit dem Fernglas im Vorgebirge stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung in der Bürgerhalle des Bornheim Rathauses, Rathausstraße 2, die am Donnerstag, 14. November 2019, um 16.30 Uhr eröffnet wird.

Fernrohr der Bonner Durchmusterung

Fernrohr der Bonner Durchmusterung

Bis zum 26. November werden darin Exponate aus der Geschichte der Bonner Astronomie gezeigt. Besonders sehenswert ist das Fernrohr der legendären Bonner Durchmusterung des Sternhimmels von 1863. Der bedeutende Astronom Argelander und seine Mitarbeiter katalogisierten mit dem kleinen Fernrohr mit nur knapp acht Zentimeter Öffnung mehr als 300.000 Sterne und legten damit den Grundstein zur modernen Astrophysik. Der amerikanische Astronom Edward Charles Pickering nannte dieses Teleskop seinerzeit „das kleinste Fernrohr, mit dem das größte astronomische Werk geschaffen wurde“. Fernrohr und Karten der „Bonner Durchmusterung“ wurden sogar bereits 1893 auf der Weltausstellung in Chicago präsentiert. Die Bonner Durchmusterung ist das erste große Sternverzeichnis der Neuzeit. Darüber hinaus sind Sternkarten des „Carte du Ciel“-Projekts zu sehen, der ersten vollständigen fotografischen Erfassung des Sternhimmels. Besucher erfahren auch, wie sie selbst den Sternhimmel mit einem Fernglas im Vorgebirge erkunden können.

Die Ausstellung findet als Rahmenprogramm zur Argelander-Tagung der Bundesdeutschen Arbeitsgemeinschaft für Veränderliche Sterne in Bornheim statt. Die Exponate sind bis Dienstag, 26. November, zu den allgemeinen Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zu sehen. Die gesamte Tagung steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Wolfgang Henseler.

Einladung Ausstellung Astronomische Beobachtungen

Vortrag zum Thema "Humboldts Kosmos“ am Freitag, 22. November 2019

Im Rahmen der Argelander-Tagung hält Professor Oliver Schwarz aus Siegen am Freitagabend, 22. November, um 19 Uhr im Forum des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, Adenauerallee 50, einen Vortrag zum Thema "Humboldts Kosmos – von der Entwicklung der Sterne zu den Sternschnuppen".

Professor Oliver Schwarz gilt als einer der bedeutendsten Didaktiker für Astronomie in Deutschland. Er arbeitete als Lehrer, Verlagslektor und Wissenschaftler, bevor er die Leitung des Instituts für Didaktik der Physik in Siegen übernahm. Seit längerer Zeit ist er Vorsitzender des Bildungsausschusses der Astronomischen Gesellschaft Deutschlands. Professor Schwarz ist einer der Herausgeber des Briefwechsels zwischen Argelander und Humboldt und hat bei der Bearbeitung eine kleine wissenschaftliche Sensation gefunden, die den Ursprung der Bezeichnung veränderlicher Sterne betrifft. Veränderliche Sterne sind Sterne (Sonnen), die ihre Helligkeit im Laufe von Stunden, Tagen oder Jahren ändern. Sie spielen in der Astronomie eine Schlüsselrolle bei der Bestimmung des Aufbaus des Universums und der Entwicklung von Sternen. Denn mit ihrer Hilfe kann man grundlegende Parameter wie Entfernung, Größe und wahre Helligkeit von Sternen ermitteln.