Majestät zu Gast in Bornheim

Bürgermeister Wolfgang Henseler empfing den ghanaischen König Céphas Kosi Bansah

Hoher Besuch im Bornheimer Rathaus: Bürgermeister Wolfgang Henseler hat am Dienstag, 5. November 2019, den ghanaischen König Céphas Kosi Bansah empfangen.

König Céphas Kosi Bansah trug sich bei Bürgermeister Wolfgang Henseler ins Gästebuch der Stadt Bornheim ein

König Céphas Kosi Bansah trug sich bei Bürgermeister Wolfgang Henseler ins Gästebuch der Stadt Bornheim ein

Er gilt als einer der populärsten Könige auf dem afrikanischen Kontinent; zu seinen Gesprächspartnern zählten der ehemalige Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, der damalige US-Präsident Bill Clinton und der einstige UN-Generalsekretär Kofi Annan. Bei seinem Besuch trug sich König Bansah auch ins Gästebuch der Stadt Bornheim ein.

Die Unterschrift sei besonders, sagt seine Majestät und führt aus: „Zwei Linien symbolisieren meine Beine. Dabei steht ein Bein quer, damit ich standfest bleibe. Meine Lebenslinie wird für den Teil meines Lebens, den ich bereits abgeschlossen habe, mit auf- und abschwingenden Wellen verziert.“ Diese stünden für die Höhen und Tiefen des Lebens. „Die Zeit, die mir noch bleibt, zeigt die Linie, die über die Wellen hinausgeht. Wenn mir danach ist, ziehe ich den Strich einfach etwas länger“, merkt der König mit einem Augenzwinkern an. Vier ineinander liegende Kreise runden die Unterschrift ab. Sie symbolisierten von außen nach innen ihn, seine Frau und seine beiden Kinder.

Ebenso außergewöhnlich und bemerkenswert wie seine Unterschrift ist auch sein Leben, das er selbst in seinem Buch als „König zwischen zwei Welten, zwischen Krone und Schraubenschlüssel“ betitelt. Denn Céphas Kosi Bansah, der in Ludwigshafen lebt, ist einerseits selbstständiger Kfz-Meister und Landmaschinenmechaniker-Meister mit eigener Autowerkstatt, andererseits eine Majestät Afrikas. Der 71-Jährige ist seit 1992 König von Hohoe Gbi im Osten Ghanas. Dort leben rund 206.000 Menschen.

Bürgermeister Wolfgang Henseler empfing den ghanaischen König Céphas Kosi Bansah in Begleitung von Peter (links) und Habiba Mäsgen

Bürgermeister Wolfgang Henseler empfing den ghanaischen König Céphas Kosi Bansah in Begleitung von Peter (links) und Habiba Mäsgen

Ins Bornheimer Rathaus kam Bansah in voller königlich-goldener Pracht. Begleitet wurde Bansah unter anderem von Peter Mäsgen. Der Bornheimer engagiert sich als Projektentwickler seit Jahrzehnten in vielen afrikanischen Ländern. Mit Bansah ist er seit vielen Jahren befreundet und wurde von ihm sogar zum Konsul ernannt. Im Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Henseler berichtete König Bansah, wie ihm der Spagat zwischen seinen Mechaniker-Arbeiten in Deutschland und den Regierungsaufgaben für sein Volk in Afrika gelingt. „Das geht alles ganz locker per E-Mail, Internet und Messenger-Diensten“, sagt Bansah und fügt mit einem Lächeln an: „In Afrika sitzen sie mit dem Handy unter den Bananenstauden, wir schicken uns Nachrichten und telefonieren miteinander.“ Aber der König packt auch selbst mit an, knüpft Kontakte, treibt Gelder auf und motiviert Unternehmen, in Afrika zu investieren. Und nebenbei repariert er in Deutschland noch Autos und Maschinen.

Der Monarch betont, sehr froh darüber zu sein, dass er im Rahmen eines Austauschprogramms 1970 in Deutschland sesshaft geworden sei. Nach seiner Ausbildung habe er eine Werkstatt eröffnet und bis heute 14 Lehrlinge ausgebildet. Sein Lebensmittelpunkt sei Ludwigshafen. Denn von Deutschland aus könne er den Menschen in Ghana viel besser helfen. Dennoch besuche er sein Volk regelmäßig. Gerade erst sei er aus Ghana zurückgekommen. Aktuell betreibe er dort den Bau von Brunnen. Um Spenden für Hilfsprojekte zu sammeln, hat Bansah in Deutschland einen Förderverein gegründet.

Bürgermeister Wolfgang Henseler überreicht dem ghanaischen König Céphas Kosi Bansah einen FC-Fanschal des Bornheimer Fanclubs FC Fünde Mai'98

Bürgermeister Wolfgang Henseler überreicht dem ghanaischen König Céphas Kosi Bansah einen FC-Fanschal des Bornheimer Fanclubs FC Fünde Mai'98

Vor dem Besuch im Rathaus hatten sich Bansah und Mäsgen mit Firmenvertretern getroffen, um über Projekte in Ghana zu sprechen. Beiden ist es ein großes Anliegen, dass mehr deutsche und europäische Unternehmen in Afrika investieren, um vor Ort berufliche Perspektiven zu schaffen. Bürgermeister Henseler freute sich sehr über den Besuch König Bansahs und nahm als Gastgeschenk eine Ausgabe seiner Autobiografie entgegen. Seinerseits überreichte Henseler dem König, der als Fußballfan mit Bremen und Bayern sympathisiert, einen Schal des Köln-Fanclubs FC-Fründe Mai ’98 aus Bornheim. Bansah bedankte sich für den Empfang. Schließlich brauche es Öffentlichkeit, um auf die Situation in Afrika aufmerksam zu machen: „Treffen wie dieses sind wie ein Brückenschlag zwischen Afrika und Deutschland.“