Eine wahre Geschichte aus dem Widerstand

Manfred Lütz liest aus seinem Buch „Als der Wagen nicht kam“

Das Bornheimer Kulturforum lädt am Dienstag, 5. November 2019, zu einer ganz besonderen Lesung mit Professor Manfred Lütz in den Ratssaal des Bornheimer Rathauses, Rathausstraße 2, ein. Der Eintritt ist frei.

Plakat Lesung Lütz

FOTO: BORNHEIMER KULTURFORUM

Um 19 Uhr liest Lütz aus seinem neuen Buch „Als der Wagen nicht kam“, der Autobiografie seines Großonkels Paulus van Husen. Einlass ist um 18 Uhr. Die Zuhörer erwartet ein spannender Krimi aus der Wirklichkeit, in dem der Protagonist „dem Löwen auf den Schwanz tritt“ und dann doch noch entwischt. Der Zeitzeugenbericht schildert eine wahre Geschichte des Widerstands gegen das Nazi-Regime.

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 macht der Psychiater, Psychotherapeut und Theologe Manfred Lütz eine außergewöhnliche Entdeckung: Er findet die Autobiografie seines Großonkels Paulus van Husen. Was er darin liest, zieht ihn sofort in seinen Bann. Van Husen hatte es immer wieder an die Brennpunkte der Geschichte des 20. Jahrhunderts verschlagen. Schnell wird Lütz klar: Der bis dahin unbekannte Zeitzeugenbericht ist von großer historischer Bedeutung und glänzend geschrieben. Kurzerhand beschloss er, das Werk herauszugeben.

„In diesen Texten wird 75 Jahre nach dem Attentat auf Hitler eine Zeit wieder lebendig, in der einerseits hemmungsloser Hass und Menschenverachtung die Macht ergriff, andererseits Menschen, die sonst unscheinbar ihrem Beruf nachgegangen wären, sich vor ihrem Gewissen aufgerufen fühlten, Widerstand zu leisten – unter Einsatz ihres Lebens“, erläutert Lütz.

Nichts deutete darauf hin, dass sein Großonkel einmal zum Verschwörer werden würde. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte er unter anderem in Oxford und Genf noch ein unbeschwertes Studentenleben geführt, Sarah Bernardt auf der Bühne erlebt und das mondäne Strandleben auf Borkum genossen. Doch mit dem Ersten Weltkrieg nimmt sein Leben eine erste Wendung. In einem waghalsigen Unternehmen eilt seine Elitedivision 1918 der Regierung Ebert in Berlin zu Hilfe. Als Mitglied der deutsch-polnischen „Gemischten Kommission“ erlebt van Husen beim Völkerbund in Genf Gustav Stresemann und gerät sofort mit den Nazis aneinander. Wie er Goebbels und Keitel begegnet und dem eiskalten SS-Mörder Heydrich Auge in Auge widersteht, beschreibt er packend. Als Mitglied des Kreisauer Kreises hat van Husen einen entscheidenden Moment mit dem Hitler-Attentäter Stauffenberg. Das missglückte Attentat überlebt er am Ende nur mit viel Glück. Nach dem Krieg wird er von Adenauer umworben und beschließt seine Karriere als erster Verfassungsgerichtspräsident Nordrhein-Westfalens.

Banner Lesung Lütz

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In seiner Lesung lässt Manfred Lütz den Menschen Paulus van Husen noch einmal lebendig werden. Lütz präsentiert die abenteuerliche Lebensgeschichte eines Mannes, der sich erhobenen Hauptes einer Barbarei entgegenstellte.

Während der Veranstaltung kann man bereits Karten für die beiden Konzerte im Beethoven-Jahr 2020 erwerben. Ein Ticket kostet 15 Euro. Unter dem Titel „Klangkombination“ präsentieren die international ausgezeichneten Musiker Guido Schiefen und Alfredo Perl am Samstag, 7. März, und Sonntag, 8. März 2020, neben den fünf Cellosonaten Beethovens auch Stücke weiterer Komponisten. Die Konzerte beginnen jeweils um 19 Uhr im Ratssaal der Stadt Bornheim, Rathausstraße 2. Einlass ist ab 18 Uhr.