45 Teilnehmende bei historischer Stadtführung

Auf den Spuren der Römer bis in die heutige Zeit hinein wandelten Bürgermeister Wolfgang Henseler und Archivar Jens Löffler am Samstag mit 45 Teilnehmenden durchs Bornheimer Stadtgebiet.

Evangelische Kirche an der Königstraße um 1900

Während am Vormittag ein Rundgang zu den historischen Stätten auf dem Programm stand, ging es nach einem Imbiss in der Stadtbücherei am Nachmittag per Bus zu den 14 Ortsteilen, deren jüngere Entwicklung der Bürgermeister skizzierte.

Organisiert wurde die Tour von der Volkshochschule Bornheim/Alfter; angemeldet hatten sich sowohl Alteingesessene als auch Neubürger. Sie alle sahen ihre Stadt an diesem sonnigen Samstag mit ganz anderen Augen und erfuhren zum Beispiel von Stadtarchivar Löffler, dass im Jahr 921 erstmals eine Kirche in Brenig erwähnt wurde und dass es bereits im elften und zwölften Jahrhundert in fast jedem Ort ein Gotteshaus gab. Eine evangelische Gemeinde wurde in Bornheim hingegen erst im Jahr 1851 gegründet – mit noch nicht einmal 100 Protestanten.

Heinrich Bölls Sohn René hat das Grab des Literaturnobelpreisträgers gestaltet.

Besiedelt war Bornheim schon in der Mittelsteinzeit. Und auch die Römer haben ihre Spuren hinterlassen – zum Beispiel die Villa Fortuna in Botzdorf, bei der noch das Bad mit eingebauter „Heizung“ zu erkennen ist. Der Burgverwalter Norbert van der Koelen selbst berichtete über die mittelalterliche Burg Bornheim, die von 1728 bis 1732 zwischen Burgstraße, Apostelpfad und Wallrafstraße entstand. Das Haupthaus steht aktuell leer – die vorgelagerte „Torburg“ wird vom Deutschen Orden als sozialtherapeutisches Langzeitwohnheim für Suchtkranke betrieben.

Am Nachmittag ging es dann im Bus zunächst nach Roisdorf, Hersel, Uedorf und Widdig, wo Bürgermeister Henseler unter anderem über die Sanierung des Rheinufers sprach, während anschließend zum Beispiel in Sechtem und Merten Neubaugebiete und Umweltthemen zur Diskussion standen. Am Grab von Heinrich Böll in Merten gab es Informationen nicht nur zum Bornheimer Ehrenbürger selbst, sondern auch zum Alten Friedhof und der Kapelle. Letzte Station war am nördlichsten Rand des Stadtgebiets das ehemalige Dominikanerkloster in Walberberg.

Die Gruppe zeigte sich beeindruckt von der Geschichte und den Geschichten rund um Bornheims 14 Orte sowie ihre anschauliche Aufbereitung bis in die heutige Zeit. Aktueller Anlass der Stadtführung war der 50. Jahrestag der kommunalen Neugliederung. Die Führung wurde gefördert durch die Städte- und Gemeindenstiftung der Kreissparkasse Köln im Rhein-Sieg-Kreis.

Aufgrund der positiven Resonanz kündigte der Bürgermeister bereits für nächstes Jahr eine Folge-Veranstaltung an. Und schon am Samstag, 5. Oktober 2019, findet wieder eine Radwanderung zum Böll-Weg statt. Treffpunkt ist um 13 Uhr die Schlossweiherbrücke am Poppelsdorfer Schloss in Bonn oder gegen 14:30 Uhr der Heinrich-Böll-Platz in Bornheim-Merten.

Mitten durch wunderschöne Natur führt der Heinrich-Böll-Weg.