Drei Vortragskünstler in der Stadtbücherei

Mit einem literarischen Loblied auf die Faulheit begeisterte das Bornheimer Kabarettensemble „Die Wortlauten“ die Besucher in der ausverkauften Stadtbücherei.

"Die Wortlauten" sangen ein literarisches Loblied auf die Faulheit.

„Müßiggang ist aller (Laster) Freuden Anfang“ lautete der Titel des unterhaltsamen Programms, das Texte von Lessing über Hüsch bis hin zu Böll zu bieten hatte.

Es war der erste Auftritt der Wortlauten in diesem Jahr, aber bereits der insgesamt vierte in der Stadtbücherei. Diesmal näherten sich Ralf Buchinger, Stefanie Krieg und Elena Gontscharova mit Texten von Johann Wolfgang von Goethe, Erich Kästner, Georg Büchner, Gotthold Ephraim Lessing, Heinz Erhardt und anderen auf literarisch-humorvolle Weise den Themen "Faulsein" und "Müßiggang". Mit dem Dichter Lessing und dem Dramatiker Franz Grillparzer lobten sie die Poesie der Faulheit gegenüber der Arbeitswut. Von Joachim Ringelnatz stammt die Erkenntnis fleißiger Ameisen, dass es weise ist, auf die Umsetzung eines Planes rechtzeitig zu verzichten, wenn man erkennt, dass man sich übernommen hat.

In ihrem Gedicht „Langschläfers Morgenlied“ artikuliert Masha Kaléko ihre Abneigung gegen Frühaufsteher und kommt zu dem Schluss, dass das mit der goldgeschmückten Morgenstunde sicher nur das Lesebuch erdacht haben kann. Darüber hinaus erfuhr das Publikum, wo sich Johann Wolfgang von Goethe Zeit zur Muße nahm und wie der einzigartige Loriot und der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick Ruhe vor allzu geschäftigen Frauen fanden. Auszüge aus Texten von Hanns Dieter Hüsch und Heinrich Zille zeigten auf, dass das Nichtstun durchaus erstrebenswert ist. Und die Kölner Kultband „Bläck Fööss“ lieferte den passenden Song dazu.

Die Sopranistin Elena Gontscharova setzte de musikalischen Akzente.

Apropos Musik: Mit launigen Liedern setzte die Sopranistin Elena Gontscharova die musikalischen Akzente des Abends. Das Publikum hatte sichtlich und hörbar Spaß an dem augenzwinkernden Literaturkabarett und Anti-Burnout-Programm mit dem lustigen Bekenntnis zum süßen Nichtstun. Denn der Abend führte zweifellos zu der Erkenntnis: „Wer wenig macht, macht wenig verkehrt“. Minutenlanger Applaus war der verdiente Lohn für die drei Vortragskünstler, deren nächster Auftritt hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.