20-jähriges Bestehen der Bornheimer Verbundschule

Im Februar 2020 feiert die Bornheimer Verbundschule ihr 20-jähriges Bestehen. Die Verbundschule wurde in den zurückliegenden 20 Jahren in ihrer Entwicklung kontinuierlich von der Verwaltung und allen Ratsfraktionen begleitet und unterstützt.

Bornheimer Verbundschule

Jubiläum: Die Bornheimer Verbundschule leistet seit 20 Jahren erfolgreiche pädagogische Arbeit

Bürgermeister Wolfgang Henseler dankt deshalb allen Beteiligten innerhalb und außerhalb der Verbundschule für die erfolgreiche Arbeit in den letzten 20 Jahren.

Am 26. Oktober 1999 hatte der Rat der Stadt Bornheim beschlossen, am Schulstandort Uedorf zum 1. Februar 2000 eine Verbundschule mit den Förderschwerpunkten Lern- und Sprachbehinderung unter finanzieller Beteiligung des Rhein-Sieg-Kreises zu errichten.

Die Vorgeschichte: Zum Schuljahr 1993/94 wurde die Martin-Schule Uedorf (Schule für Lernbehinderte) auf Anordnung der Schulaufsicht wegen fehlender erforderlicher Schülerzahlen in der Form aufgelöst, dass keine Eingangsklassen mehr gebildet werden durften. Diese Entscheidung wurde gegen den Willen und das einstimmige Votum der Stadt Bornheim als Schulträger getroffen. Im Schuljahr 1999/2000 besuchen noch insgesamt sieben Schülerinnen und Schüler die auslaufende Martin-Schule Uedorf.

Die Gespräche mit der Schulaufsicht und der Bezirksregierung hatten dann zu dem Ergebnis geführt, ab dem 1. Februar 2000 eine Sonderschule im personellen und organisatorischen Verbund mit den Förderschwerpunkten Lern- und Sprachbehinderung am Schulstandort Uedorf zu errichten. In einer Verbundschule konnten verschiedene Sonderschultypen als „Schule unter einem Dach“ organisatorisch zusammengefasst und als eine Schule geführt werden.

Schulaufsicht und Schulträger sahen seinerzeit in der Errichtung einer Verbundschule einen wichtigen Beitrag, um die wohnortnahe Beschulung für die Schülerinnen und Schüler im sonderpädagogischen Bereich im Bornheimer Stadtgebiet sicherzustellen. Denn der ortsnahe Schulstandort gewährleistete eine Einbindung in das heimatliche Um- und Bedingungsfeld und schaffte somit eine wesentliche Voraussetzung für die Zukunftsperspektiven der Schüler.

Die Gründung: In Absprache mit der Schulaufsicht wurde die neu zu errichtende Schule sukzessive aufgebaut und der Betrieb zum 1. Februar 2000 mit 28 Schülerinnen und Schülern aufgenommen. Im Endzustand wurden seinerzeit insgesamt 120 Schülerinnen und Schüler für die Verbundschule in Uedorf prognostiziert. Mit Verfügung vom 27. Januar 2000 hatte die Bezirksregierung Köln den Beschluss des Rates vom 26. Oktober 1999 zur Errichtung einer Sonderschule im organisatorischen und personellen Verbund (Verbundschule) zum 1. Februar 2000 genehmigt. Aktuell (30. Januar 2020) besuchen 168 Schülerinnen und Schüler die Verbundschule in beiden Förderschwerpunkten.

Grundlage waren neben den gemeinsamen Aktivitäten aller kommunalpolitisch Verantwortlichen der unermüdliche Einsatz der ersten Schulleiterin der Verbundschule, Gisela Rothkegel, und das innovative Schulprogramm, das eine am Kind orientierte individuelle Förderung in einer Klasse ermöglichte.

Attraktives Schulprogramm als Erfolgsrezept

Das Schulprogramm war so attraktiv, dass Eltern aus anderen linksrheinischen Städten, Kreisen und der Stadt Bonn ihre Kinder an der Schule anmeldeten beziehungsweise anmelden wollten.

Ein Meilenstein in der Schulentwicklung, aber auch für das dörfliche Leben in Uedorf war die Einweihung des neuen, modern-offenen, architektonisch gelungenen Schulgebäudes im Jahre 2004. Die Schule war Initiatorin des Uedorfer Martinsumzugs, der seit 2004 Bestandteil des dörflichen Lebens ist. Während der Bauphase wurden damals vorübergehend Räumlichkeiten im Neubau des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums genutzt, das ebenfalls 2000 gegründet wurde.

Das Kompetenz-Zentrum: Ab dem Jahr 2008 startete die Schule eine erfolgreiche Bewerbung bei der Stiftung „Zukunft fördern“ der Regionalagentur Nordrhein-Westfalen und der Landesregierung NRW zur Ausstattung der Verbundschule mit einem Berufsorientierungsbüro (BOB) und der Durchführung von jährlichen Berufsorientierungscamps. Die Verbundschule wird ab 2010 bis zum Ende des landesweiten Schulversuchs einziges „Kompetenzzentrum sonderpädagogischer Förderung“ im Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Bonn.

Mit diesem „Kompetenz-Zentrum sonderpädagogischer Förderung“ wurde erstmals in der Bildungslandschaft Bornheims eine enge, intensive Verzahnung und Zusammenarbeit zwischen der neu gegründeten Förderschule und den Bornheimer Regelschulen ermöglicht. Leider wurde dieses Konzept von der Landesregierung nicht fortgesetzt.

Die beiden vorübergehenden Teilstandorte: 2013/2014 sorgten die Festlegungen der durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW veröffentlichten Neufassung der Verordnung über die Mindestgrößen der Förderschulen und der Schule für Kranke (MindestgrößenVO) und rückläufige Schülerzahlen für eine Bestandsgefährdung der Verbundschule. Sodann wurden alle Möglichkeiten zur Rettung des Standortes in Bornheim, dessen Bestand für eine wohnortnahe Beschulung und die Gewährleistung des Rechts der Eltern auf Wahl der Schulform unabdingbar war und ist, in Erwägung gezogen und geprüft. Nach intensiver Abwägung aller Optionen und deren Vor- und Nachteile konnte schließlich am 14. November 2014 zwischen den Städten Bornheim und Königswinter eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung über die Bildung und den Betrieb einer Verbundschule mit den Förderschwerpunkten Lernen und Sprache mit zwei Teilstandorten (Bornheim-Uedorf und Königswinter) abgeschlossen werden. Nur durch die Zusammenlegung der beiden Standorte und der Bereitschaft der Schulleitung der Drachenfelsschule, beide Standorte als Schulleitung zu führen, ist es gelungen, die nach der Mindestgrößenverordnung erforderliche Schülerzahl von 144 Schülerinnen und Schülern zu erreichen.

Aufgrund der steigenden Schülerzahlen an beiden Standorten und durch Änderung der Mindestgrößenverordnung auf 112 Schülerinnen und Schülern ist es inzwischen wieder möglich, dass beide Standorte künftig die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen und somit jeder Schulstandort selbstständig fortgeführt werden kann. Die Verbundschule wird derzeit von 168 Schülerinnen und Schülern besucht, der Teilstandort in Königswinter von 123 Schülerinnen und Schülern. Diese Entwicklung ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass an beiden Standorten eine hervorragende pädagogische Arbeit von zwei sehr engagierten Kollegien geleistet wird, die in den vergangenen Jahren eng miteinander an der Weiterentwicklung eines stärkenorientierten Schulkonzepts gearbeitet haben. Eltern und Kinder die sich für die Verbundschule entscheiden, äußern sich immer beeindruckt über die harmonische Atmosphäre und das gute Lernklima in der Bornheimer Verbundschule. Inzwischen haben beide Räte die notwendigen Entscheidungen getroffen, um beide Standorte eigenständig weiter zu führen.

Das Konzept: Ziel der inzwischen 20-jährigen erfolgreichen pädagogischen Arbeit ist die Rücküberweisung von Schülerinnen und Schülern in die Regelschule oder deren Eingliederung in die Berufswelt. Dazu arbeitet die Schule mit vielen außerschulischen Partnern zusammen: ortsansässigen Handwerkern und Geschäften, Jugendamt der Stadt Bornheim, Kriminalpolizei, Jugendgericht Bonn, Jobcenter, Bundeswehr, Schuldnerberatung der Caritas, Drogenberatung der Caritas, pro familia Bonn. Die Verbundschule war Mitinitiatorin der seit 2012 stattfindenden „Bornheimer Berufsmesse“.

In den nächsten Jahren soll die Verbundschule um zwei Klassenräume und eine Mensa erweitert werden. Mittelfristig geplant ist ein gemeinsamer Antrag von Eltern und Schule auf die Einführung des aufbauenden Ganztages für die Sekundarstufe 1.