Märchenhafte Raunacht in der Stadtbücherei

Der Förderverein „Bücherwurm“ hat das neue Lesejahr traditionell mit der Raunacht eröffnet. Die siebte Auflage lockte rund 80 Gäste in die Bornheimer Stadtbücherei.

Die Stadtbücherei war bei der Raunacht gut gefüllt

Die Stadtbücherei war bei der Raunacht gut gefüllt

Die Zuhörer erlebten eine zauberhafte Reise durch die russische Märchenwelt. Cornelia Benninghaus vom Förderverein hatte aus vielen Büchern die schönsten Märchen und Balladen ausgewählt. Der Bornheimer Schauspieler, Synchronsprecher und Regisseur Gerhard Fehn erweckte die Figuren mit seiner facettenreichen Stimme zum Leben. So erfuhr das Publikum von der Hexe Baba Jaga mit ihrem drehbaren Häuschen, das auf Hühnerbeinen steht, von „Väterchen Frost“ als russischem Pendant zum Weihnachtsmann, von der schönen Wassilissa aus dem sowjetischen Märchenfilm „Die Froschprinzessin“ und vom gutgläubigen „Dummerchen“ Iwanuschka, der zahlreiche Prüfungen bestehen muss, um seiner angebeteten Nastja zu gefallen.

Bei der Raunacht (v.l.): Elena Gontscharova, Cornelia Benninghaus und Gerhard Fehn

Bei der Raunacht (v.l.): Elena Gontscharova, Cornelia Benninghaus und Gerhard Fehn

Die in Bornheim lebende Sängerin Elena Gontscharova untermalte den Abend mit teils lustigen, teils melancholischen Liedern, die sie mit ihrer gefühlvollen Sopranstimme wunderbar zum Ausdruck brachte. Zum Abschluss tischte Fehn den Zuhörern noch eine launige Heldengeschichte auf, in der alle Figuren der russischen Märchen wieder auftauchten, sodass es zu lustigen Verstrickungen kam. Vor allem die humorvolle Art der Darbietung begeisterte das Publikum. Der gelungene Abend bildete zugleich den Auftakt des Veranstaltungsjahrs 2020 in der Bornheimer Stadtbücherei.

Gerhard Fehn erweckte Figuren wie Baba Jaga und Väterchen Frost mit seiner Stimme zum Leben

Gerhard Fehn erweckte Figuren wie Baba Jaga und Väterchen Frost mit seiner Stimme zum Leben

Bei den „Raunächten“ handelt es sich im europäischen Brauchtum um die zwölf Nächte zwischen Heiligabend und Dreikönigstag. Dem Aberglauben nach sollen in dieser Zeit Geister und mit Fell bekleidete Dämonen ihr Unwesen treiben. Mancherorts wurden die Nächte daher mit Fasten und Gebeten begangen. Auch nutzte man die Zeit gerne, um sich Geschichten zu erzählen.