Bahnhof Roisdorf: Barrierefreiheit rückt in Sichtweite

Wie dringend der DB-Bahnhof Roisdorf modernisiert werden muss, zeigt die tägliche Praxis. Vor allem Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, gelangen ohne fremde Hilfe kaum auf den Mittelbahnsteig. Eine umfassende Modernisierung rückt nun jedoch in Sichtweite.

Der DB-Bahnhof Roisdorf wird in die sogenannte Modernisierungsoffensive (MOF 3) aufgenommen

Denn der DB-Bahnhof Roisdorf wird in die sogenannte Modernisierungsoffensive (MOF 3) aufgenommen, mit der Land, Bund und die DB Station & Service AG in die Instandsetzung und Verbesserung der Stationen in NRW investieren. Über das Ausbauprogramm und die damit verbundenen Chancen für den Bahnhof Roisdorf informierten unter anderem Bürgermeister Wolfgang Henseler, der Geschäftsführer des Nahverkehr Rheinland, Dr. Norbert Reinkober, und der Landtagsabgeordnete Oliver Krauß bei einem Pressetermin.

Aufgrund der Bedeutung des Roisdorfer Bahnhofs ist dieser eines der zentralen Thema der Mobilitätsplanung in Bornheim. Vordringliches Anliegen ist es, die bestehenden Defizite hinsichtlich Barrierefreiheit, Ausstattung, Gestaltung, Erreichbarkeit und Nutzerfreundlichkeit zu beseitigen und den Bahnhof zielgerichtet zu einem zukunftsorientierten Verkehrsknotenpunkt im Sinne einer Mobilstation weiterzuentwickeln. Wichtig dabei ist, dass mobileingeschränkte Bahnfahrer den Mittelbahnsteig barrierefrei erreichen können.

Im Zuge der Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarung zur Bahnhofsmodernisierungsoffensive 3 (MOF 3) hat man sich im Bereich des Nahverkehrs Rheinland über verschiedene Maßnahmen ausgetauscht. Im Ergebnis wurde der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Bornheim-Roisdorf in die Modernisierungsoffensive aufgenommen. Denn die Maßnahme erfüllt sowohl vom finanziellen Rahmen als auch von der zeitlichen Realisierungsschiene die Vorgaben der MOF 3.

Informierten über die Modernisierung des Bahnhofs: (v.r.) Bürgermeister Wolfgang Henseler, MdL Oliver Krauß, Dr. Norbert Reinkober und Christof Bollé vom Nahverkehr Rheinland.

Ziele der Stadt Bornheim sind barrierefreie Zugänge sowohl zum Bahnhofsvorplatz an der Bonner Straße als auch zur Rückseite Rosental mittels einer Rampe und ergänzenden Treppen. Der Zugang vom Tunnel zum Bahnsteig soll über einen Aufzug erfolgen. Die Personenunterführung ist komplett neu zu errichten. Die Zugänge (Treppen und Rampen) sollen so gestaltet werden, dass sie der Wichtigkeit des Bahnhofs für die Stadt Bornheim gerecht werden und sich nahtlos und optisch ansprechend in eine Vorplatzgestaltung einfügen lassen.

Neben dem barrierefreien Zugang wird seitens der Stadt eine integrierte Entwicklung des Bahnhofsumfelds forciert. Dazu zählen die Errichtung von Elementen einer Mobilstation, eine verbesserte Verknüpfung der Bushaltestellen sowie die Errichtung eines zentralen Park-and-ride-Platzes. Zur Erstellung von Vorentwürfen hat die Stadt Bornheim bereits einen Auftrag an das Büro Schüssler-Plan aus Köln vergeben.

Mit dem Ausbau des Bahnhofs geht es auch um die Ausweitung des Zugangebots, das dem Bedarf an den beiden Bornheimer Bahnhöfen in Sechtem und Roisdorf gerecht wird – sowohl in Richtung Köln als auch in Richtung Bonn. Ziel ist weiterhin die Errichtung einer linksrheinischen S-Bahn. Deren Realisierbarkeit wird zurzeit unter dem Arbeitstitel „S 17“ untersucht. Wichtig dabei ist die langfristige Perspektive eines Betriebs im 20-Minuten–Takt auf eigener Trasse – möglichst unabhängig vom Fern- und Güterverkehr. Dieses Ziel wird mit Nachdruck weiterverfolgt.

Neben dem Bürgermeister vertraten der Erste Beigeordnete Manfred Schier, Stadtplaner Maximilian Probierz und Amtsleiter Andreas Erll die Stadt Bornheim (v.l.).

Die Modernisierungsoffensive 3 (MOF 3)

Mit der Modernisierungsoffensive investieren Bund, Land und die DB Station&Service AG in die Instandsetzung und Verbesserung der Stationen in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, die Attraktivität des Nahverkehrs zu steigern. Schließlich sind die Bahnhöfe das Aushängeschild des Nahverkehrs. Und fühlen sich die Fahrgäste dort nicht wohl, steigen sie auch nicht in die Bahnen.

Im Gebiet des Nahverkehr Rheinland werden gleich 17 Bahnhöfe modernisiert – darunter nun auch der Bahnhof Roisdorf, der in das MOF 3-Programm gerückt ist. Damit wird die infrastrukturelle Voraussetzung geschaffen, um das Nahverkehrsangebot in der Region deutlich zu verbessern.

Die Bandbreite der Bahnhöfe im MOF 3-Programm reicht von großstädtischen Vorortbahnhöfen bis hin zu Stationen im ländlichen Raum. Sie alle vereint der erhöhte Erneuerungsbedarf. Die Stationen erhalten unter anderem neue Bahnsteige, damit Fahrgäste auf gleicher Höhe in die Fahrzeuge einsteigen können, barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen sowie eine neue Beschilderung und Beleuchtung. Zentraler Modernisierungsschwerpunkt ist die Barrierefreiheit.

Für die Projekte zum Ausbau der Barrierefreiheit, zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Informationen für die Reisenden werden insgesamt rund 64 Millionen Euro bereitgestellt. Zwei Drittel davon stammen aus Mitteln des Nahverkehr Rheinland; ein Drittel wird aus Mitteln der Deutschen Bahn bestritten. Das ehrgeizige Ziel ist, die Bahnhöfe bis Ende des Jahres 2023 auszubauen.

Gebaut werden soll im Rahmen der MOF 3 in Aachen West, Bonn-Mehlem, Bornheim-Roisdorf, Köln-Longerich, Köln-Nippes, Rösrath, Euskirchen-Großbüllesheim, Euskirchen-Stotzheim, Euskirchen-Kreuzweingarten, Mechernich-Satzvey, Dahlem-Schmidtheim, Kall, Kall-Urft, Kall-Scheven, Bad Honnef, Königswinter und Königswinter-Niederdollendorf.