Keine Eichenprozessionsspinner in Merten

In den letzten Tagen haben Bürgerinnen und Bürger aus Merten und Umgebung am Umwelttelefon mehrfach den Verdacht geäußert, dass dort einige Gehölze vom Eichenprozessionsspinner befallen seien. Nach Beratung und näherer Betrachtung konnte der Verdacht allerdings ausgeräumt werden.

Gespinstmotten in Merten. FOTO: ERICH NOACK

Gespinstmotten in Merten. FOTO: ERICH NOACK

Statt um Eichenprozessionsspinner – die praktisch ausschließlich an Eichen vorkommen – handelte es sich um Gespinstmotten. Diese können Teile von Bäumen, aber auch ganze Sträucher einspinnen, sind aber für Menschen und Tiere harmlos. Wanderer und Spaziergänger blicken in dieser Jahreszeit gerne mal auf silbrig glänzende, kahl gefressene Bäume und Sträucher. Verantwortlich dafür sind die Raupen der Gespinstmotten, die die Blätter abfressen und Stämme, Äste und Zweige dabei mit einem „Gespinst“ überziehen. Den seidigen Schleier spinnen die kleinen Schmetterlingsraupen, um sich vor Fressfeinden wie Vögeln oder Witterungseinflüssen wie Regen zu schützen. Die Gehölze überstehen das zumeist unbeschadet. Und auch für den Menschen sind die Raupen ungefährlich.

Gespinstmotten am Herrenhäuschenweg. FOTO: JOACHIM TRAFKOWSKI

Gespinstmotten am Herrenhäuschenweg. FOTO: JOACHIM TRAFKOWSKI

Anders ist es beim Eichenprozessionsspinner. Kommen Menschen mit den Brennhaaren der Schmetterlingslarve in Kontakt, reagiert die Haut oftmals mit Rötungen und einem starken Juckreiz, der bis zu mehreren Tagen andauert. Experten sprechen dabei von einer Raupendermatitis. Seltener kommt es zu Schleimhaut-Reizungen der Atemwege. Husten, Bronchitis und Asthma sind die Folgen. Außerdem kann es bei Augen zu Rötung, Juckreiz und Bindehautentzündung kommen. In sehr seltenen Fällen können auch Allgemeinsymptome wie Fieber oder Kreislaufreaktionen ausgelöst werden. Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner haben Gespinstmotten übrigens keine Brennhaare.