Delegation reist zum „Verwaltungsaustausch bei Freunden“

Die Corona-Krise und der Umgang damit, die Entwicklung des E-Governments, der Aufbau eines Fördermittelmanagements und Mobilität waren einige Themen des Verwaltungsaustauschs, zu dem eine Delegation der Stadt Bornheim nach Mittweida gefahren war.

Die Bornheimer Delegation besichtigte auch den Hafen in Kriebstein, der demnächst modernisiert wird.

Angeführt von Bürgermeister Wolfgang Henseler waren diesmal Dezernent und Kämmerer Ralf Cugaly, der Leiter des Personal- und Organisationsamtes, Joachim Brandt, Stadtbetriebschef Ulrich Rehbann und die für Partnerschaften zuständige Verwaltungsmitarbeiterin Nicole Krumbach mit dabei.

Die Städte Bornheim und Mittweida unterhalten seit 1991 eine lebendige Partnerschaft, die von vielen gegenseitigen Besuchen geprägt ist. "Wir pflegen längst ein so freundschaftliches Verhältnis untereinander, dass man das Gefühl hat, man unternimmt einen Familienbesuch", erklärte Wolfgang Henseler, für den es der letzte Austausch dieser Art war, weil seine Amtszeit am 31. Oktober 2020 endet.

Im Gespräch mit Oberbürgermeister Ralf Schreiber, dem Beigeordneten Holger Müller sowie Anke Kluge (Fachbereich Finanzen), Sebastian Killisch (Fachbereich Bau und Ordnung) und der Referentin Francis Pohl ging es nicht zuletzt darum, zu erfahren, was es in beiden Städten Neues gibt und wie sich Themen, die beim letzten Mal besprochen wurden, entwickelt haben. "Dabei merken wir immer wieder, dass es erstaunlich viele Parallelitäten gibt, und wir wechselseitig von den Erfahrungen des jeweils anderen profitieren können", betont Bornheims Bürgermeister. Dies habe sich ebenso beim Thema "Windenergie", das beide Städte seit geraumer Zeit beschäftige, als auch beim Austausch über das Erschließen von Fördermitteln gezeigt.

Zu beiden Tagesordnungspunkten standen zudem Besichtigungstermine auf dem Programm. So ging es etwa zur Hafenanlage in Kriebstein. Die derzeit laufende Sanierung gilt als größtes Bauvorhaben des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre. Durch jahrelangen Verschleiß und Eisgang entstanden gravierende Mängel am Anlegesteg und den Ufermauern, deren Instandsetzung kaum mehr möglich war. Durch Aufnahme in das GRW-Infra-Förderprogramm und die damit verbundene Erneuerung der Hafenanlage erhält die Schiffahrt auf der Talsperre nun eine neue Perspektive. Der Ausbau erfolgt barrierefrei. Und durch das neue Aufzugsgebäude erreichen auch Personen mit Handicap die Uferpromenade ohne Schwierigkeiten. Neben den Fähren werden nach Fertigstellung auch private Sportboote in Kriebstein anlegen können, was bisher nicht möglich war.

Einer der Höhepunkte war der Besuch im Technologiepark, wo der Bornheimer Delegation neben einer Unternehmensbesichtigung auch die Schaufensterregion Blockchain vorgestellt wurde. Der Technologiepark Mittweida ist die zentrale Anlauf-und Beratungsstelle für technologieorientierte Existenzgründer, Firmen und Dienstleister. Er bietet optimale Bedingungen zum Entfalten, Forschen und Produzieren und beherbergt zurzeit 16 Firmen. Der Park bietet unter anderem Unterstützung bei der Umsetzung von Ideen in marktfähige Produkte und Technologien, Information zu Förderprogrammen und neuen Technologien, Kooperationsberatung und Einbindung in regionale und internationale Transfernetzwerke sowie Technologie- und Wissenstransfer mit Universitäten, Hoch- und Fachschulen und Forschungseinrichtungen. Die Bornheimer Delegation hat dort eine Menge an interessanten Informationen und Eindrücken mitgenommen - insbesondere vor dem Hintergrund, dass auch in Bornheim die Einrichtung eines Gründerzentrums geprüft wird.

Im nächsten Jahr steht dann wahrscheinlich wieder der Gegenbesuch einer Delegation aus Mittweida in Bornheim auf dem Programm. Dann wird es einen guten Grund zum Feiern geben: 2021 jährt sich die Partnerschaft zwischen beiden Städten zum 30. Mal.