Stadt verleiht Heimatpreis

Die Stadt Bornheim hat zum zweiten Mal den Heimat-Preis „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“ verliehen.

Engagieren sich für Bornheim: die Gewinner des Heimatpreises.

Den ersten Preis erhielten die Heimatfreunde Roisdorf e.V., auf Platz zwei kam der Förderverein der katholischen Kirchengemeinde St. Evergislus Bornheim-Brenig e.V. und der dritte Preis ging an den Stadtjugendring Bornheim e.V.

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW fördert den Preis mit insgesamt 5.000 Euro. Der 1. Platz ist mit 2.500 Euro, der 2. Platz mit 1.500 Euro und der 3. Platz mit 1.000 Euro dotiert. Bewerben konnten sich engagierte Vereine, Organisationen und Initiativen im Bornheimer Stadtgebiet. Insgesamt 11 Bewerbungen sind bei der Stadtverwaltung eingegangen; ihnen allen dankt Bürgermeister Wolfgang Henseler im Namen von Rat und Verwaltung herzlich. "Die Entscheidung ist niemandem leichtgefallen, da alle Bewerbungen eine Prämierung verdient hätten. Die Anträge waren sehr vielfältig und decken ein breites Spektrum mit unterschiedlichen Schwerpunkten ab", so Henseler. "Gemeinsam war allen Bewerbungen die große Hingabe an die selbstgestellte Aufgabe."

Um eine Förderung zu erhalten, mussten die Bewerber mindestens eine der folgenden Kriterien erfüllen: Das Projekt trägt zur Förderung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt bei, es erhält Geschichte und kulturelles Erbe, es macht den Ort attraktiver, es fördert Bildung insbesondere von Kindern und Jugendlichen oder es gestaltet den Heimatbegriff modern und erlebbar. Ein Arbeitskreis des Sport- und Kulturausschusses hat alle Vorschläge gesichtet und bewertet, um dem Ausschuss dann die Preisträger zu empfehlen. Dieser folgte der Empfehlung.

So haben die erstplatzierten Heimatfreunde Roisdorf e.V. als Verein für Geschichte und Brauchtum das Ziel, allen Bewohnerinnen und Bewohnern Roisdorfs ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Verbundenheit mit ihrem Heimatort zu vermitteln. Dies geschieht sowohl durch die Erforschung der Vergangenheit als auch durch die dörfliche Brauchtumspflege. Weiterhin liegen dem Verein der Erhalt und die Entwicklung der historisch gewachsenen Kulturlandschaft des Vorgebirges sowie der heimatlichen Sprache am Herzen.

Der Förderverein der katholischen Kirchengemeinde St. Evergislus Bornheim-Brenig e.V. erhielt den zweiten Preis für sein Projekt „Wir alle sind Brenig – Heimat ist Vielfalt! Eine Jahresaktion für das soziale Miteinander und Vielfalt – nicht nur in Brenig“. Mit dem Projekt wird die Geschichte von Brenig dargestellt, die bis in die Zeit der Römer zurückreicht. Zugleich wird die Heimat als ein vertrauter Beziehungsraum gezeigt, in dem sich Menschen aller Herkunft angenommen und verstanden wissen. Der Begriff Heimat wird hier gestärkt und miteinander gelebt.

Dem Stadtjugendring Bornheim e.V. als drittem Preisträger liegt das gesellschaftliche Miteinander am Herzen – und ganz besonders setzt er sich für Bornheimer Kinder und Jugendliche ein. Mit dem Projekt „Jugend trifft auf Politik“ zum Beispiel wird Schülern die Demokratie nahegebracht. Es gibt aber auch generationsübergreifende Projekte. So wurde während der Kontaktbeschränkungen am Anfang der Corona-Pandemie ein „Senioren-Telefon mit Herz“ ins Leben gerufen, um älteren Menschen in dieser schwierigen Zeit soziale Kontakte zu ermöglichen.

Die Ausstellung in der Bürgerhalle zeigt unter anderem die Kirmes in Roisdorf im Jahr 1953. Foto: Sepp Trümpener

Einen Sonderpreis aus städtischen Mitteln erhielt Heinz Vorzepf für seine besondere Aufbereitung der Geschichte sowie für den Erhalt und die Sichtbarmachung von Informationen über die Geschichte und das kulturelle Erbe der Ortschaft Sechtem. Der Vorschlag stammte aus der interfraktionellen Arbeitsgruppe des Ausschusses. Vorzepf ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich in der Heimatforschung tätig und hat bereits sechs Bände sowie drei Ergänzungen über den Ort Sechtem geschrieben. Unter anderem zeigen seine Bücher die geschichtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verflechtungen des Ortes Sechtem mit dem Stadtgebiet auf. Durch seine Arbeit wird auch der jüngeren Generation das Thema „Heimat“ nähergebracht. 

Passend zur Preisverleihung wurde eine begleitende Ausstellung des Stadtarchivs in der Bürgerhalle des Bornheimer Rathauses eröffnet. Anhand von Fotografien des Lokalreporters Sepp Trümpener versucht die Ausstellung, sich der Frage „Was ist Heimat?“ zu nähern. Sie zeigt außerdem ausgewählte Archivstücke und Sammlungsgut zur Bornheimer Vereinslandschaft und ist noch bis Ende November zu sehen. Der Journalist Sepp Trümpener fotografierte von den 1950er-Jahren bis zur Jahrtausendwende Menschen, Veranstaltungen und Ereignisse im Bornheimer Stadtgebiet. Ein Großteil seiner Bilder wird im Stadtarchiv verwahrt.