Keine Kurzen für Kurze

Die Jecken fiebern bereits dem Straßenkarneval und damit dem Höhepunkt der Session entgegen. „Bei aller Freude am Karneval dürfen wir aber nach wie vor den Jugendschutz nicht aus den Augen verlieren“, betont Bürgermeister Wolfgang Henseler. Deshalb startet die Stadt Bornheim in enger Zusammenarbeit mit der Polizei bereits zum zwölften Mal die Kampagne „Keine Kurzen für Kurze! Gemeinsam gegen die Abgabe von Alkohol an Kinder und Jugendliche!“.

Im Vorfeld der tollen Tage verteilen Stadt und Polizei Plakate und Flyer an Eltern, Gewerbetreibende, Gaststätten, Karnevalsvereine und Schulen. Diese weisen auf die einschlägigen Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes hin und sensibilisieren die Öffentlichkeit für das Thema.

So bittet die Stadt Bornheim alle Gewerbetreibenden, auch und gerade während der Karnevalstage das Jugendschutz- und das Gaststättengesetz einzuhalten. Demnach dürfen an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keine alkoholischen Getränke verkauft oder ausgegeben werden. Und Jugendliche unter 18 dürfen zwar Bier, Wein und Sekt bestellen, aber keine härteren Alkoholika wie Schnaps oder sogenannte Alkopops.

An vorderster Front werben auch in diesem Jahr wieder sämtliche Tollitäten aus dem Bornheimer Stadtgebiet für die Kampagne. Auch die närrischen Regenten erleben während ihrer Amtszeit immer wieder, dass junge Leute in Supermärkten und anderen Geschäften alkoholische Getränke für Minderjährige besorgen. Nicht zuletzt auch diese Personen wollen sie durch ihr aktives Werben für die Kampagne „Keine Kurzen für Kurze!“ erreichen. "Denn wer Kindern Alkohol gibt ist nicht jeck, sondern blöd. Wir stehen als Tollitäten hinter dieser Kampagne und machen beim Jugendschutz in Hemmerich keine Kompromisse", erklärt Jungfrau Walti (Berchtold) vom Hemmericher Dreigestirn. Und Roisdorfs Prinzessin Jenny I. (Ackermann) fügt hinzu: „Wir wollen gemeinsam mit unseren Kindern und Jugendlichen feiern; und dazu braucht es keinen Alkohol. Verantwortungsvoll handeln heißt auch ‚Nein‘ sagen zu können“.

Ergänzt werden die Maßnahmen des Jugendschutzes durch eine groß angelegte Aktion im Straßenkarneval. Das Aktionsteam besteht aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamts der Stadt Bornheim, des Bornheimer JugendTreffs, der Bornheimer Streetworker, der Kleinen Offenen Türen Roisdorf und Walberberg, der Evangelischen Jugend Hersel, des Stadtteilbüros Bornheim, des Jugendtreffs Kulturraum Sechtem, des neuen Kulturmobils und Einzelpersonen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Die Helferinnen und Helfer, stets zu erkennen an ihren grünen Jacken mit der Aufschrift „Jugendarbeit Bornheim“, sind dieses Jahr bei den Bornheimer Karnevalszügen in Sechtem, Kardorf und Waldorf im Einsatz. Dort sind sie mit Pavillons vor Ort und bieten jungen Leuten mit belegten Brötchen, Tee und Wasser eine kostenlose Alternative zum Alkohol an. Bei dem Umzug in Sechtem gibt es am neuen Jugendbus des Evangelischen Kinder- und Jugendreferats im direkten Tausch gegen Bier und gegen Hochprozentiges sogar ein Stück heiße Pizza.

„Wir wollen die Jugendlichen dazu anhalten, auf sich und ihre Freunde zu achten“, erklärt Katja Cîmpean, die im Bornheimer Jugendamt für den Jugendschutz zuständig ist. Für diejenigen, die der Appell zu spät oder gar nicht erreicht, leisten Sanitätsdienste medizinische Hilfe. So werden die Jugendlichen an festen und mobilen Unfallhilfestellen betreut. Darüber hinaus sorgen Mitarbeiter des Jugendamts dafür, dass Minderjährige im Zweifel ihren Eltern übergeben werden.

Doch nicht nur die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Jugend-Organisationen sind an den Karnevalstagen unterwegs. Sowohl im Vorfeld der tollen Tage als auch während der Züge führen Polizei und Ordnungsamt der Stadt Bornheim Jugendschutzkontrollen durch.

Am Fototermin in der Rheinhalle haben teilgenommen: die Tollitäten aus dem Stadtgebiet, Bürgermeister Wolfgang Henseler, Erster Polizeihauptkommissar Wolfgang Eifinger, Katja Cîmpean (Jugendamt), Ordnungsamtsleiterin Sabine Walter und Dennis Wagner (Ordnungsamt).