Veranstaltung

Stadtbücherei: Vortrag über „NS-Medizinverbrechen“

 

Die Medizinverbrechen und vor allem die sogenannte „Aktion T4“ gehören zu den grausamsten Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur. In Deutschland und in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten töteten die Nationalsozialisten mehr als 200.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen. Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit zwangsweisen Sterilisationen von Kranken und der Ermordung von psychisch Kranken und geistig Behinderten. Dabei steht vor allem die Tötungsanstalt in Hadamar/Lahn im Vordergrund. Es geht um Täter und deren Taten, insbesondere aber auch um das Unrecht, das den Opfern widerfahren ist sowie deren Schicksale. Ziel des bundesweit ersten Forschungsvorhabens auf Kreisebene ist eine wissenschaftliche Lokalstudie, die die überregional gewonnenen Erkenntnisse auf Landkreisebene überprüft.
 
Dr. Alexander Friedmann, Lehrbeauftragter an der Universität des Saarlandes, analysiert und vergleicht in seinem Vortrag in der Stadtbücherei die nationalsozialistischen Medizinverbrechen und Krankenmorde im Westen des Reiches und in den besetzten sowjetischen Gebieten. Darüber hinaus geht er auf die gespaltene internationale Aufnahme dieser Gräueltaten nach dem Zweiten Weltkrieg ein.

 


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