Kommunaler Klimaschutz

In diesen Monaten erleben wir verschiedene Krisen, die uns in vielen Lebensbereichen betreffen. Dazu gehören der Klimawandel und die durch ihn verursachten Folgen. Unsere Stadt hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich auf den Weg gemacht – und das nicht erst seit heute und nicht allein. Mit Tobias Gethke hat die Stadt Bornheim einen Experten in ihren Reihen, der sich als Klimaschutzmanager auf lokaler Ebene mit den drängenden Fragen unserer Zeit beschäftigt und sich um die wichtigen Maßnahmen zur Klimaneutralität und die Umsetzung des Klimafolgenanpassungskonzeptes kümmert. Im Folgenden möchten wir Sie mit einem Zwischenbericht über die in den vergangenen Jahren ergriffenen Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimafolgenanpassung und insgesamt über den aktuellen Stand (September 2022) informieren. 


Von März 2015 bis 31. Dezember 2021 war Tobias Gethke der erste Interkommunale Klimaschutzmanager für die Klimaregion Rhein-Voreifel, d.h. für die Städte Bornheim, Meckenheim und  Rheinbach sowie die Gemeinden Alfter, Swisttal und Wachtberg.

Die Stelle wurde für insgesamt fünf Jahre vom Bundesministerium für Umwelt- Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert (nähere Infos zum Förderprojekt siehe unten auf dieser Seite). Seit Ablauf der Förderperiode wird das interkommunale Klimaschutzmanagement von den sechs Städten und Gemeinden eigenfinanziert und unbefristet fortgeführt.

Seit. 1. Januar 2022 ist Tobias Gethke Klimaschutzmanager der Stadt Bornheim.

Das Interkommunale Klimaschutzmanagement wird ebenfalls weitergeführt. Nähere Informationen dazu finden Sie HIER


Die Stadt Bornheim auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045

Die Stadt Bornheim auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045

Der Rat der Stadt Bornheim hat in seiner Sitzung vom 22.06.2021 beschlossen, dass unsere Stadt in ihren Zuständigkeitsbereichen bis 2035 die klimarelevanten CO2-Emissionen um mindestens 80% senken soll. Vergleichswert sollen dabei die zu ermittelnden Emissionen in 1990 sein. Bis spätestens 2045 sollen wir Klimaneutralität erreichen. In derselben Sitzung wurde die Verwaltung damit beauftragt, dem Rat im Sommer 2022 einen Maßnahmenkatalog mit einer zeitlichen Abfolge von Meilensteinen auf dem Weg zu diesem Ziel vorstellen. Die Meilensteine sind Bestandteil eines zu erarbeitenden Konzepts, aus dem unter anderem hervorgehen soll, wie wir das Ziel Klimaneutralität erreichen können.

Die Verwaltung hat sich nach der Beschlussfassung auf den Weg gemacht, den Auftrag zur Aufstellung des Konzepts an ein externes Beratungsbüro zu vergeben. Nach einem umfangreichen Vergabeverfahren, an dem auch die Politik umfassend beteiligt wurde, konnte das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) im März 2022 mit der Konzepterstellung beauftragt werden. Die verwaltungsinterne Auftaktveranstaltung fand im Mai 2022 statt. Bei einer Bearbeitungsdauer von etwa einem Jahr kann das Konzept dem Rat voraussichtlich Mitte 2023 vorgelegt werden.

Fängt Bornheim mit dem geplanten Klimaneutralitätskonzept bei null an?

Fängt Bornheim mit dem geplanten Klimaneutralitätskonzept bei null an?

Nein, denn die Stadt Bornheim engagiert sich schon seit vielen Jahren sowohl auf kommunaler Ebene als auch interkommunal gemeinsam mit den Städten und Gemeinden Alfter, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg für mehr Energieeffizienz, für das Energiesparen, für die Nutzung erneuerbarer Energien und für mehr Klimaschutz. Die sechs linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises haben sich bereits 2007 zur Klimaregion Rhein Voreifel zusammengeschlossen. Diese bewährte Zusammenarbeit erweist sich in der derzeitigen Situation als äußerst positiv.

Folgende Meilensteine wurden in der Vergangenheit im städtischen und interkommunalen Klimaschutz erreicht:

  • Bereits im Jahr 2009 hat die Stadt Bornheim mit dem Aktionsplan Klimaschutz ein eigenes integriertes Klimaschutzkonzept vorlegt.
  • Im Jahr 2012 hat die Stadt zudem gemeinsam mit den anderen Städten und Gemeinden der Klimaregion Rhein-Voreifel ein gemeinsames, integriertes Klimaschutzkonzept aufgestellt.
  • Zur Umsetzung dieses Konzepts und zur Steuerung des interkommunalen Klimaschutzes wurde 2015 eine geförderte und zunächst auf drei Jahre befristete Stelle für interkommunales Klimaschutzmanagement in der Region Rhein-Voreifel eingerichtet. Nach einer weiteren Förderphase wird die Stelle seit April 2020 unbefristet und von den sechs Städten und Gemeinden vollständig eigenfinanziert fortgeführt.
  • Unter dem Motto „Besänftigen Sie das Energiemonster“ beteiligte sich die Stadt Bornheim von 2014 bis 2016 mit den Städten Lohmar und Ruppichteroth am Pilotprojekt „Energieagentur Rhein-Sieg“ des Rhein-Sieg-Kreises. In diesem Rahmen bot sie einmal monatlich eine Energieberatung im Rathaus an.
  • In den Jahren 2017 bis 2022 organisierte die Stadt Bornheim gemeinsam mit den übrigen Kommunen der Klimaregion Rhein-Voreifel und mit der Verbraucherzentrale eine interkommunale Energieberatung in Eigenregie. Das Angebot hat sich in dieser Zeit sowohl bewährt als auch etabliert. Die Beratung, die einmal monatlich und seit 2019 sogar kostenlos in den jeweiligen Rathäusern und darüber hinaus telefonisch, als Video-Chat oder in Form einer kostenpflichtigen Beratung zu Hause durchgeführt wird, wird kontinuierlich und sehr gut von den Bürgerinnen und Bürgern frequentiert.
  • Seit 2022 ist die Stadt Bornheim Mitglied in der 2018 als Verein gegründeten Energieagentur Rhein-Sieg und kann seitdem von der Nutzung zahlreicher Angebote in den Bereichen Energie- und Klimaschutz profitieren. Neben der interkommunalen Energieberatung, die weiterhin angeboten und nun durch die Energieagentur organisiert wird, wodurch bei der Stadt wiederum personelle Kapazitäten für weitere Klimaschutzaktivitäten frei werden, ist dies unter anderem die vorgesehene Einführung von Energiesparmodellen an Schulen der Stadt Bornheim.
  • Auf der 2016 gestarteten interkommunalen Homepage www.klima-rv.de finden die Bürgerinnen und Bürger hilfreiche Informationen rund um das Thema Klimaschutz und Energieeffizienz. Die Webseite wird in diesem Jahr hinsichtlich der Konzeption, des Designs und des Inhalts eine umfassende Überarbeitung und Aktualisierung erfahren.
  • Die Broschüre „Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Klimaschutz“ wurde 2019 neu aufgelegt und wird seitdem rege nachgefragt. Die Broschüre ist in den Rathäusern der Region oder online über www.klima-rv.de/nuetzliches/publikationen/ erhältlich.
  • Ein Erfolg, der im interkommunalen Verbund erreicht werden konnte, ist die Einführung des JobTickets bisher in Bornheim, Meckenheim, Swisttal und Wachtberg. Vorausgegangen waren intensive Verhandlungen mit dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg. Ergebnis war, dass den Kommunen der Klimaregion Sonderkonditionen zur Einführung des JobTickets für die Verwaltungen angeboten wurden und dadurch ein weiterer Schritt in Richtung CO2-arme Mobilität im dienstlichen und im privaten Umfeld der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getan werden konnte.
  • 2019 startete das Mobilitätsangebot „RVK e-Bike“ das als ein Gewinner im Wettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ gefördert wurde. Bei diesem mittlerweile erfolgreich etablierten interkommunalen E-Bike-Verleihsystem mit überregionaler Strahlkraft handelt es sich gleichzeitig um eines der ersten Verleihsysteme im regionalen Verbund in Deutschland und darüber hinaus um eines der ersten Verleihsysteme, das nur mit E-Bikes betrieben wird. Diese stehen den Bürgerinnen und Bürger rund um die Uhr zur Ausleihe zur Verfügung. Kooperationspartner in diesem Gemeinschaftsprojekt sind neben den sechs Städten und Gemeinden der Klimaregion Rhein-Voreifel auch die Regionalverkehr Köln GmbH sowie die Gemeinde Weilerswist im Kreis Euskirchen. Inzwischen wurden nach diesem Vorbild mit dem „Das Bergische E-Bike“ im Rheinisch-Bergischen Kreis bei Köln (2020) sowie dem „Eifel e-Bike“ im Kreis Euskirchen (2021) analoge Verleihsysteme im Rheinland realisiert.

In Bornheim wurde 2019 die erste vollautomatisierte feste E-Bike-Verleih- und Ladestation am Roisdorfer Bahnhof eingerichtet. In den Folgejahren fanden Erweiterungen am Peter-Fryns-Platz sowie am Bahnhof Sechtem statt. Ergänzt wird das System durch virtuelle Stationen, an denen es keine Bedienterminals und keine Ladefunktion gibt, an denen die E-Bikes aber regulär abgestellt und entliehen werden können.

  • Bedeutsam für die Stadt insbesondere angesichts ihrer Haushaltslage ist außerdem die seit Jahren kontinuierlich betriebene Umsetzung diverser investiver Klimaschutzmaßnahmen an der kommunalen Infrastruktur möglichst verbunden mit der Akquise von passenden Fördermitteln. Beispiele hierfür sind etwa
    • die energetische Sanierung des Rathauses,
    • die Sanierung der Innenbeleuchtung in 10 Klassenräumen der Wendelinus-Schule,
    • die Sanierung der Innenbeleuchtung in der Aula der Europaschule,
    • die Sanierung der Hallenbeleuchtung in der Doppelturnhalle in der Wallrafstraße,
    • die Sanierung der Lichtzeichenanlage Adenauerallee/Bonner Straße
    • die Umrüstung der Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet auf moderne LED-Technik.

Seit 2022 werden außerdem die auf der städtischen Homepage www.bornheim.de bisher unter „Umwelt“ erreichbaren Informationen zum Klimaschutz direkt auf der Startseite an prominenter Stelle zur Auswahl positioniert.

Geförderte Klimaschutzprojekte

Beteiligte Partner

​Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Internet:
www.bmu.de
www.klimaschutz.de

Forschungszentrum Jülich – Projektträger Jülich (PTJ)

Internet:
Projektträger Jülich
Klimaschutzinitiative Kommunen

Logo Projektträger Jülich

Ansprechpartner

Dr. Wolfgang Paulus
Amtsleiter
Amt für Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün
Telefon: 02222 945-308
E-Mail