Die über Wochen anhaltende Hitzewelle hat vielen zu schaffen gemacht. Den Schwimmbädern dagegen hat sie Rekordbesuche beschert. Auch das HallenFreizeitBad (HFB) in Bornheim drohte teilweise aus allen Nähten zu platzen.
Schwimmbadpersonal meistert Besucheransturm
HallenFreizeitBadAlleBornheim24. August 2026
So sind in diesem Jahr bereits 8000 Besucherinnen und Besucher mehr ins HFB gekommen als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres – im Vergleich zu 2024 sind es gar 21000 Menschen mehr. Doch was sich an der Schwimmbadkasse positiv auswirkt, bringt das ohnehin oft gebeutelte Schwimmbadpersonal vielerorts an seine Grenzen und oft darüber hinaus.
In Bornheim hat man den Besucheransturm in diesem Jahr aber sehr gut meistern können. "Dies zeigt einmal mehr die hohe Leistungsfähigkeit des vorhandenen Schwimmbadpersonals", sagt der Chef des Bornheimer Stadtbetriebs, Oliver Schmitz. Und das obwohl in der Schwimmbadlandschaft seit Jahren Fachkräftemangel herrscht, der die Badeanstalten immer wieder an ihre Kapazitätsgrenzen bringt.
Das war im HFB Bornheim nicht anders. Noch vor ein paar Jahren hat der Stadtbetrieb, der das Schwimmbad verwaltet, Prämien für neue Mitarbeiterinnen ausgelobt. Immer mal wieder mussten auch Öffnungszeiten gestrichen werden, weil nicht ausreichend Personal zur Verfügung stand. Doch die Zeiten haben sich geändert. Dazu hat eine kluge und nachhaltige Personalpolitik beigetragen. Ihren Anteil daran hat aber auch Elisabeth Jüßen, die das HFB seit zwei Jahren leitet.
Die 61-Jährige hat jahrzehntelange Erfahrung und ist "Schwimmmeisterin" aus Leidenschaft. Außerdem ist sie seit 23 Jahren Berufsschullehrerin und hat sich in dieser Zeit ein großes Netzwerk aufgebaut. Als Vorgesetzte wirkt sie resolut, mitunter auch mal "rustikal". Sie möchte, dass der Laden läuft. Wer mitzieht, Engagement und guten Willen zeigt, ehrlich ist und sich an die Regeln hält, hat unter ihr eine gute Zeit und kann eine Menge Spaß beim Ausüben des Jobs haben.
Den Eindruck vermitteln auch Lisa Draber, Leon Schmitz und Delzerdest Aziz. Alle drei haben vor wenigen Wochen ihr Ausbildung zu "Fachangestellten für Bäderbetriebe" beendet und stehen seitdem als Fachkräfte und Beckenaufsicht zur Verfügung. Die drei haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Personalproblematik in Bornheim vor einigen Jahren entschärft hat. Außer ihnen gibt es aktuell vier weitere Auszubildende, einer im ersten, einer im zweiten und zwei im dritten Lehrjahr. Insgesamt kann das Hallenfreizeitbad inzwischen auf rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bauen. In Bornheim ist man stolz auf sein "leistungsfähiges Personal".
Im HFB wird der Teamgedanke großgeschrieben. Und man spürt, dass alle ihren Job gerne machen. Auch die drei frisch gebackenen „Fachangestellten für Bäderbetriebe“ vermitteln den Eindruck, dass sie ihrem Traumjob gefunden haben. Lisa Draber etwa wollte nicht den ganzen Tag vor dem PC sitzen, sondern was Praktisches machen. „Ich wollte gerne mit Menschen – insbesondere mit Kindern - UND mit Technik zu tun haben“, erklärt die 25-Jährige. Während der Ausbildung habe sie zudem festgestellt, dass sie gerne Saunaaufgüsse macht. Dass das Arbeitsspektrum so breit sei, gefalle ihr besonders – es werde nie langweilig.
Ähnlich äußert sich Leon Schmitz. Der 20-jährige habe immer schon gerne geschwommen und habe Freude im Umgang Menschen – da er aus Bornheim kommt, lag es nahe, sich beim HallenFreizeitBad zu bewerben. Bei Delzerdest Aziz war der Weg schon ein wenig vorgezeichnet. Er war bei der Wasserwacht, hat Schwimmkurse gegeben und hat als Rettungsschwimmer immer mal wieder als Aufsicht in Schwimmbädern gearbeitet. Auch er kann sich keinen schöneren Job vorstellen als im Schwimmbad. Der 24-jährige kommt eigentlich aus Bad Breisig, fühlt sich aber in Bornheim so wohl, dass er noch lange bleiben möchte und bald seinen Lebensmittelpunkt ins Vorgebirge verlagern möchte.
Allen dreien liegen übrigens Kinder am Herzen. So sind sie der Meinung, dass immer noch viel zu viele Kinder nicht schwimmen können. Sie möchten ihren Job dazu nutzen, um das zu ändern, indem sie sich einbringen und das Schwimmen von Kindern unterstützen und fördern – am liebsten jeden Tag.



