Städtepartnerschaft Bornheim–Zawiercie

Persönliche Begegnungen stärken die Freundschaft

Der Austausch zwischen Bornheim und seiner polnischen Partnerstadt Zawiercie lebt seit einigen Jahren insbesondere von musikalischen Begegnungen und persönlichen Kontakten. 

Die Bornheimer Reisegruppe in Krakau an der Sigismund-Glocke im Turm der Wawel-Kathedrale. Foto: Städtepartnerschaftsverein Bornheim – Zawiercie e.V.
Die Bornheimer Reisegruppe in Krakau an der Sigismund-Glocke im Turm der Wawel-Kathedrale. Foto: Städtepartnerschaftsverein Bornheim – Zawiercie e.V.

Nachdem im vergangenen Jahr ein Orchester und ein Chor aus Zawiercie in Bornheim zu Gast gewesen waren, machten sich nun Mitglieder des Bornheimer Partnerschaftsvereins und weitere Freunde auf den Weg nach Polen, um die Beziehungen vor Ort zu pflegen und neue Impulse für die Städtepartnerschaft zu setzen. Die einwöchige Reise führte die Gruppe zunächst nach Breslau und Krakau, bevor sie in Zawiercie herzlich empfangen wurde.

Die Anreise erfolgte am Samstag, 3. Oktober 2026, mit der Bahn ab Bonn. In Breslau und Krakau nutzten die Reisenden die Gelegenheit, zwei der schönsten und geschichtsträchtigsten Städte Polens kennenzulernen. In Zawiercie standen anschließend weniger touristische Sehenswürdigkeiten als vielmehr die Begegnungen mit den polnischen Freunden im Mittelpunkt.

Ein besonderer Anlass kam dabei gerade recht: In Zawiercie fand zu dieser Zeit ein Musikfestival zu Ehren des in Polen sehr bekannten Tenors Wiesław Ochman statt. Leopold Stawarz, Dirigent des Orchesters von Zawiercie, hatte die Bornheimer dazu eingeladen und sie zudem bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft unterstützt.

Musikalischer Höhepunkt mit einem beeindruckenden Wiesław Ochman

Am Donnerstagabend, 8. Oktober, erlebten die Gäste in der Stadtkirche „Heilige Apostel Petrus und Paulus“ ein großes Konzert. Besonders beeindruckte der 89-jährige Wiesław Ochman mit seiner außergewöhnlichen Stimmkraft. Auch unter den weiteren Solisten, Musikern und Chören entdeckten die Bornheimer zahlreiche bekannte Gesichter aus früheren Begegnungen. Das Konzert wurde so nicht nur zu einem musikalischen Erlebnis, sondern auch zu einem Wiedersehen mit vielen Freunden.

Im Anschluss ließen einige Bornheimer und ihre polnischen Gastgeber den Abend gemeinsam in einer Gaststätte ausklingen. Bei angeregten Gesprächen und geselligem Beisammensein wurde einmal mehr deutlich, wie wertvoll die über Jahre gewachsenen persönlichen Beziehungen sind.

Städtepartnerschaft auf zwei Säulen weiterentwickeln

Am folgenden Tag empfing Anna Nemś, die Stadtpräsidentin von Zawiercie, die Bornheimer Delegation zu einem gemeinsamen Mittagessen in einem Hotel. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Frage, wie die Städtepartnerschaft künftig weiter intensiviert und für noch mehr Menschen erlebbar gemacht werden kann.

Beide Seiten waren sich einig, dass eine lebendige Partnerschaft auf zwei Säulen beruhen sollte: den offiziellen Kontakten zwischen den Städten und den persönlichen Begegnungen ihrer Bürgerinnen und Bürger. Neben den bereits bestehenden musikalischen Verbindungen könnten künftig deshalb auch weitere Gruppen in den Austausch einbezogen werden. Denkbar wären beispielsweise Begegnungen von Sportvereinen, Feuerwehren oder Schulklassen.

Auf besonderes Interesse stieß die Idee, einen der nächsten Besuche aus Zawiercie zeitlich so zu legen, dass die Bornheimer ihren polnischen Gästen den rheinischen Karneval näherbringen können. Eine solche Begegnung böte eine schöne Gelegenheit, rheinisches Brauchtum und polnische Gastfreundschaft miteinander zu verbinden.

Gastfreundschaft, die in Erinnerung bleibt

Auch abseits der offiziellen Termine kam der persönliche Austausch nicht zu kurz. Für den Freitagabend, 9. Oktober, hatte Barbara Czajkowska, die Leiterin des Chores, die Bornheimer zu sich nach Hause eingeladen. Bei leckerem Essen und Getränken entwickelte sich mit acht polnischen Freunden ein lebhafter und herzlicher Abend. Die Verständigung erfolgte dabei überwiegend auf Englisch – ein schönes Beispiel dafür, dass Freundschaft auch über Sprachgrenzen hinweg funktioniert.

Nach einer Woche voller musikalischer Erlebnisse, interessanter Gespräche und herzlicher Begegnungen trat die Bornheimer Reisegruppe die Heimfahrt an. Die große Gastfreundschaft in Zawiercie und die vielen persönlichen Kontakte werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sicherlich in guter Erinnerung bleiben. Zugleich hat der Besuch gezeigt, dass die Städtepartnerschaft noch viel Potenzial bietet und sich durch neue Begegnungsformate weiterentwickeln lässt.

Hintergrund: Von ersten Schulbesuchen zur offiziellen Städtepartnerschaft

Die ersten Kontakte zwischen Bornheim und Zawiercie entstanden 2006. Damals besuchte Christoph Becker, zu dieser Zeit Leiter der Europaschule und später Bürgermeister von Bornheim, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern eine befreundete Schule in Zawiercie. Aus dieser Begegnung entwickelte sich Schritt für Schritt eine engere Verbindung zwischen beiden Städten, die 2010 offiziell durch die Besiegelung der Städtepartnerschaft bekräftigt wurde. Um die Beziehungen weiter zu pflegen und auszubauen, gründete sich 2015 der Partnerschaftsverein Bornheim–Zawiercie.