Das Stadtarchiv Bornheim hat einen bedeutenden historischen Fund erhalten: 18 Originaldokumente aus den Jahren 1745 bis 1895, die die Geschichte des Ophofs in Sechtem eindrucksvoll belegen.
Historischer Schatz für das Stadtarchiv
SechtemStadtgeschehen27. Mai 2026
Quellensammlung zum Ophof belegt Jahrhunderte von Stadtgeschichte
Die Unterlagen stammen aus dem Familienbesitz der Familie Bollig, die in Sechtem den Ophof verwaltete – einen der ältesten und stattlichsten Höfe der Region. Nun wurden sie dem Archiv zur dauerhaften Verwahrung, Erschließung und wissenschaftlichen Erforschung übergeben.
Ein Zufallsfund mit historischem Tiefgang
Die heutigen Besitzer*innen der Weißen Burg entdeckten in ihrem Familienbesitz eine Kiste mit alten Schriftstücken – vollständig in historischer Kurrentschrift verfasst. Auf Vermittlung des Heimatforschers Franz-Josef Geuer, der den historischen Wert der Dokumente sofort erkannte, gelangten die Unterlagen ans Stadtarchiv Bornheim.
„Die Dokumente sind ein einzigartiges Zeitdokument für die Geschichte Sechtems und der Region. Für mich war sofort klar: Diese Unterlagen gehören ins Stadtarchiv", sagt Heimatforscher Geuer.
Die Sammlung umfasst Kaufverträge, Zehntbücher mit Getreideabgaben, Annotationsbücher zur Landverpachtung, Rechnungs- und Lohnbücher, ein Verzeichnis zur Herstellung von Pferdemedikamenten sowie Notizen zu Haushalt, Arbeiterverpflegung und wissenschaftlichen Erfindungen. Die Dokumente bieten einen einzigartigen Einblick in Alltagsleben, Wirtschaft und Verwaltung über mehr als 150 Jahre.
Geschichte mit Tiefenwirkung
Der Ophof blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Mittelalter und in die Zeit des Kölner Kurfürsten reicht. Bis zur Säkularisation in der französischen Zeit gehörte er dem Bonner Damenstift Dietkirchen, das den Hof verpachtet hatte. Der Pächter, s.g. Halfen, verwaltete den Hof und übernahm weitere kirchliche und kommunale Aufgaben. Mit der Hochzeit von Marie Helene Urbach und Johann Gerhard Bollig im Jahr 1743 ist der Hof für die folgenden Generationen eng mit dem Namen Bollig verbunden. Unter Napoleon ernannte man Peter Bollig 1800 zum ersten Maire – später Bürgermeister – von Sechtem. Aus dieser Zeit stammen wohl auch die entdeckten Dokumente.
Stadtarchiv: „Eine wahre Entdeckung"
„Das ist eine wahre Entdeckung, die noch viele spannende Erkenntnisse verspricht", sagte Dr. Simon Oelgemöller, Leiter des Stadtarchivs Bornheim, bei der Übergabe. „Es ist etwas ganz Besonderes, diese Unterlagen hier verwahren zu dürfen. Der Familie Bollig/Zillikens gilt unser herzlicher Dank."
Die Dokumente werden zunächst fachgerecht in Archivkartonage umgebettet und erschlossen. Anschließend stehen sie der Öffentlichkeit und der historischen Forschung zur Verfügung.



