Wie kann Roisdorf seine sozialen und kulturellen Treffpunkte stärken? Dieser Frage widmete sich am Montag, 4. Mai 2026, erstmals der Initiativkreis "Roisdorf trifft sich" im Rathaus Bornheim.
Roisdorf sucht neue Treffpunkte
Roisdorf05. Mai 2026
14 Vertreter*innen aus Vereinen, Gewerbetreibenden und der Stadtverwaltung diskutierten rund zweieinhalb Stunden lang Möglichkeiten zum Erhalt der Marktschänke, sammelten Ideen für einen sogenannten Dritten Ort und erörterten mögliche Förderwege.
„Roisdorf braucht Orte, an denen Menschen zusammenkommen, Gemeinschaft erleben und Kultur entsteht. Mit dem Initiativkreis haben wir heute einen konstruktiven Rahmen geschaffen, um gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Die Bereitschaft aller Beteiligten, offen und lösungsorientiert zu diskutieren, stimmt mich zuversichtlich", sagt Bürgermeister Christian Mandt.
Marktschänke: Verlängerung in Aussicht
Die Firma CEV als Vertreterin der Edeka-Gruppe erläuterte die aktuelle Planung auf dem Grundstück, auf dem sich die Marktschänke befindet. Eine geplante Erweiterung der angrenzenden Lagerhalle in Richtung Süden ist aus betrieblichen Gründen vorgesehen. Um den LKW-Verkehr zu ermöglichen, sollen eine Einbahnstraßensituation sowie Wartestellplätze geschaffen werden. Davon betroffen ist auch der Bereich der Marktschänke. CEV sicherte zu, diesen nach Vorliegen einer detaillierteren Planung genauer zu untersuchen und die Ergebnisse in einer der nächsten Sitzungen vorzustellen. In Aussicht gestellt wurde eine Verlängerung des Mietvertrags für die Marktschänke bis Ende 2026 – in Abstimmung mit dem Pächter und analog zur Regelung mit den Musikfreunden Roisdorf.
Bürgermeister Christian Mandt regte an zu prüfen, ob ein Abriss des Gebäudes der Musikfreunde zugunsten der Marktschänke möglich sei, sofern die freiwerdende Fläche für eine geplante LKW-Umfahrung ausreicht. Der Eigentümer sieht in diesem Bereich wenig Spielraum, nimmt den Vorschlag jedoch zur Prüfung mit.
Versteigerungsgebäude: Hohe Hürden bei Umnutzung
Robert Lehmann, Technischer Beigeordneter der Stadt Bornheim, gab eine bauliche Einschätzung zum benachbarten Versteigerungsgebäude ab, das im städtischen Eigentum ist. Eine Umnutzung würde eine neue Baugenehmigung erfordern und erhebliche Anforderungen an Statik, Brandschutz, Schadstoffe und Barrierefreiheit nach sich ziehen. Da das Gebäude seit Längerem leer steht, bestehen zudem erhebliche Anforderungen an die Gebäudetechnik. Insgesamt geht eine Sanierung und Wiedernutzung des Gebäudes mit hohem finanziellen Aufwand und deutlichen Risiken von unerwarteten Erkenntnissen einher. Die Stadt ist nach eigener Einschätzung weder finanziell noch personell in der Lage, eine gastronomische Nutzung des Gebäudes zu planen. Hinzu kommt, dass der Mobilitätsausschuss erst kürzlich eine Planung für eine Park-and-Ride-Anlage auf diesem Grundstück beschlossen und den entsprechenden Förderantrag eingereicht hat.
Fördermöglichkeiten für private Initiativen
Judith Steinig-Lange aus dem Bereich Kulturförderung der Stadt Bornheim stellte vier aktuelle Förderprogramme vor, die für Projekte im Bereich Dritte Orte und kulturelles Erbe in Frage kommen: das Programm „Dritte Orte" des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW, Förderungen der NRW-Stiftung, die „Starke Heimat"-Förderung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW sowie Mittel zur Struktur- und Dorfentwicklung des ländlichen Raums. Die Verwaltung betonte, dass die Stadt eine private Initiative bei der Antragstellung unterstützen, aber nicht selbst als Trägerin eines Förderprojekts auftreten kann.
Breite Beteiligung aus Roisdorf
Am Initiativkreis nahmen teil: der Initiator der Petition zur Rettung der Marktschänke, eine Vertreterin des Ortsausschusses, der Heimatverein Roisdorf, der Maiclub Roisdorf e.V., der Gewerbeverein Roisdorf, die Musikfreunde Roisdorf, der Roisdorfer Ortsvorsteher sowie die Pächter und Betreiber der Marktschänke und ein Vertreter des Eigentümers CEV / Edeka-Gruppe. Seitens der Stadtverwaltung waren Bürgermeister Christian Mandt, Technischer Beigeordneter Robert Lehmann, Wirtschaftsförderer und persönlicher Referent des Bürgermeisters Sebastian Römer sowie Judith Steinig-Lange aus dem Bereich Kulturförderung vertreten.
Nächstes Treffen in sechs bis acht Wochen
Der Initiativkreis wird seine Arbeit in sechs bis acht Wochen fortsetzen. Im Mittelpunkt der nächsten Sitzung sollen die konkreteren Planungen des Eigentümers sowie mögliche nächste Schritte für eine private Förderinitiative stehen.
