WFG feiert 30-jähriges Jubiläum

Auf 30 Jahre Erfolgsgeschichte blickt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bornheim zurück. Im März 1996 wurde sie gegründet, um Arbeitsplatzverluste durch den Bonn-Berlin-Umzug auszugleichen.

Nach erfolgreicher Ansiedlung wird der erste Spatenstich des Unternehmens benuta.one im Gewerbepark Hersel im September 2025 gemeinsam gefeiert. Von links: Sebastian Römer, Wirtschaftsförderung Stadt Bornheim, Joachim Strauß, Geschäftsführer WFG Bornheim, Ali Bagheri und Monika Adler, Geschäftsführer benuta GmbH, Gabi Kretschmer, stellvertretende Bürgermeisterin Stadt Bornheim

Nachdem 1992 der Beschluss zur Verlegung des Bundestags und zahlreicher Ministerien von der alten in die neue Hauptstadt erfolgte, entwarfen regionale Akteure zunächst ein gemeinsames Gewerbeflächenkonzept. Es sollte die Grundlage sein für die planungsrechtliche Ausweisung neuer Gewerbegebiete und die Ansiedlung von Unternehmen in Bonn und dem Rhein Sieg-Kreis. Für die Entwicklung dieser neuen Gebiete in der Stadt Bornheim wurde die kommunale Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (kurz: WFG) gegründet. Ihre Gesellschafter: Stadt Bornheim, Kreissparkasse Köln (damals Kreissparkasse Siegburg) und Volksbank KölnBonn eG (damals Raiffeisenbank Vorgebirge). Ihr Zweck: die soziale und wirtschaftliche Struktur der Stadt Bornheim zu verbessern.

„Da Wirtschaftsförderung zu den freiwilligen Leistungen einer Kommune gehört, wurde mit der Gründung der WFG Bornheim sichergestellt, dass die Betreuung von Unternehmen und die Entwicklung von Gewerbegebieten unabhängig vom städtischen Haushalt erfolgen kann. Insbesondere in Zeiten der Haushaltssicherung ist das natürlich von besonderem Wert“, sagt Joachim Strauß, aktueller Geschäftsführer und seit Februar 2000 für die Gesellschaft tätig.

3.400 neue Arbeitsplätze geschaffen

Bornheims Bürgermeister Christian Mandt gratuliert herzlich: „Die WFG hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Standort Bornheim so attraktiv ist – für Unternehmen, aber auch zum Beispiel für junge Familien. Auch die innovative Ausrichtung der Gesellschaft finde ich großartig.“ In den vergangenen 30 Jahren hat die WFG Bornheim die Gewerbeparks in Sechtem, Kardorf, Bornheim-Süd und Hersel erfolgreich erschlossen und vermarktet. Dabei hat sie insgesamt rund 50 Millionen Euro in die Entwicklung von etwa 60 Hektar Gewerbeflächen investiert. In den Gewerbeparks sind rund 3.400 neue Arbeitsplätze entstanden, die den Menschen in der Region vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

Für die Ansiedlung von Unternehmen hat die WFG Bornheim einen Kriterienkatalog erstellt, der kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt wird. Er verfolgt das Ziel, die begrenzt verfügbaren Gewerbeflächen verantwortungsvoll einzusetzen, und zwar im Sinne einer nachhaltigen Stadt- und Gewerbegebietsentwicklung. Ein besonderer Fokus liegt auf Innovationskraft, Zukunftsfähigkeit und Resilienz der ansiedlungswilligen Unternehmen.

Krisenfest durch gesunden Branchenmix

Dadurch ist in den Bornheimer Gewerbegebieten ein gesunder Branchenmix entstanden und eine Abhängigkeit von einer bestimmen Branche wurde verhindert, was sich gerade in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie als Vorteil für die städtischen Finanzen erwiesen hat. Auch die Gewerbesteuereinnahmen sind in den vergangenen 30 Jahren deutlich gestiegen und bilden die Basis für die Ausgaben der Stadtverwaltung, insbesondere auch im Sozial- und Bildungssektor.

Auch nach der Ansiedlung werden die Unternehmen kontinuierlich begleitet, unterstützt und in bestehende Netzwerke integriert. Dafür zeichnet vorrangig WFG-Prokurist Sebastian Römer verantwortlich, der hauptamtlich bei der Stadt Bornheim als Wirtschaftsförderer beschäftigt ist.

Im Jahr 2021 hat die WFG, die selbst Gemeinwohl-zertifiziert ist, das Bornheimer Innovations- und Nachhaltigkeitszentrum (kurz: BINZ) gegründet, um ihre Angebote zu bündeln und zu optimieren. Durch Hochschulkooperationen, insbesondere mit der Alanus-Hochschule in Alfter, bietet das BINZ Unterstützung für Unternehmen an, die sich nachhaltiger ausrichten möchten. Erfolge bei der Sicherung von Fachkräften oder der Unternehmensnachfolge bestätigen den erfolgsversprechenden Ansatz der Gemeinwohl-Ökonomie. Prokurist und Leiter des BINZ, Paul Corrales Braun, erklärt dazu: „Neben gemeinwohlorientierter Unterstützung bieten wir auch Impulsveranstaltungen für innovative Unternehmensentwicklungen an sowie einen Co-Working-Space für Solo-Selbständige und Start-ups. Darüber hinaus werden die Räumlichkeiten auch einmal im Monat für das beliebte Roisdorfer Repair-Café genutzt.“

Bundesweite Anfragen bestätigen Erfolgskonzept

Bundesweite Anfragen zu ressourcenschonenden und klimaresilienten Gewerbeflächenentwicklungen oder zum gemeinwohlorientierten Kriterienkatalog für die Grundstücksvergabe bestätigen das Interesse anderer Kommunen und ihrer Wirtschaftsförderungen am Erfolgskonzept der WFG Bornheim. Gemeinwohl bedeutet dabei insbesondere, dass die Interessen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt werden. So ist nicht etwa die absolute Größe der vermarkteten Grundstücke ausschlaggebend, sondern es werden die wirtschaftliche Ertragskraft, die angebotenen Arbeitsplätze und das gesellschaftliche Engagement vor Ort oder in der Region in Relation zum Flächenverbrauch betrachtet.

Sogar bei der Erschließung geht die WFG Bornheim neue, innovative Wege. So wurden letztes Jahr in einem ausgewählten Bereich – am Rosental in Roisdorf – statt des klimaschädlichen fossilen Asphalts neue innovative Produkte mit sogenanntem Bio-Bitumen eingesetzt, um eine CO2-Reduzierung bei Tiefbaumaßnahmen zu erreichen. „Hier versteht sich die WFG auch als Impulsgeber und Motor für innovative Verfahren, die noch nicht Standard sind“, berichtet Joachim Strauß. Als Geschäftsführer bedankt er sich bei allen Rats- und Gremienmitgliedern, die an der Gründung der WFG beteiligt waren, und natürlich bei allen Mitarbeitenden der Gesellschaft, insbesondere beim langjährigen Geschäftsführer und Beigeordneten der Stadt Bornheim Manfred Schier. Hervorzuheben ist auch die Unterstützung durch den Kommunalberater Johannes Vennebusch aus Meckenheim, der 2024 verstorben ist.