Bornheim fördert Pflanzenanbau gegen Starkregen

Ab sofort fördert die Stadt Bornheim die Anpflanzung von Riesen-Chinaschilf. Das soll Landwirte motivieren, aktiv zu Starkregenvorsorge und Erosionsschutz beizutragen.

Miscanthus ist die "eierlegende Wollmilchsau" unter den Pflanzen

Mit der Förderrichtlinie, die gestern im Umweltausschuss beschlossen wurde, geht die Verwaltung einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur kommunalen Klimaanpassung. Denn die mehrjährige, sterile und nicht invasive Dauerkultur mit dem wissenschaftlichen Namen „Miscanthus x giganteus“ wächst schnell, bildet ein dichtes Wurzelsystem, verbessert die Bodenstruktur und kann Niederschlagswasser besser aufnehmen und zurückhalten. Dadurch wird der Oberflächenabfluss reduziert und die Bodenerosion wirksam gemindert. Die Landwirte wiederum können die Erträge dann zum Beispiel als Einstreu, Mulch, Baumaterial oder Bio-Brennstoff verkaufen.

Antragsberechtigt sind Eigentümer und Pächter von Acker- und Dauerkulturflächen im Stadtgebiet. Gefördert werden erstmalige Neuanpflanzungen ab 500 qm zusammenhängender Fläche mit einer Mindestbreite von 9 Metern, sofern die Flächen nach Prüfung durch die Stadt geeignet sind. Die Förderung beträgt bis zu 0,50 Euro brutto pro Quadratmeter. Sie umfasst die Kosten für Pflanzmaterial, Transport und Pflanzung sowie eine Prämie zum Ausgleich möglicher Ertragsausfälle in den ersten zwei Jahren. Die geförderten Flächen sind mindestens zehn Jahre mit Miscanthus zu bewirtschaften, um einen nachhaltigen Effekt zu gewährleisten.

Anträge für Pflanzungen im Jahr 2026 müssen bis spätestens 31. März 2026 vollständig bei der Stadt eingereicht werden. Alle Infos und Unterlagen gibt es hier.

Für alle weiteren Jahre gilt: Die Anträge müssen spätestens bis zum 31. Mai des Jahres vor dem geplanten Pflanzjahr eingehen. Die Vergabe erfolgt nach dem Windhundprinzip.

Starkregenereignisse wie 2021 haben die erheblichen Auswirkungen von Extremwetter auf die Infrastruktur verdeutlicht. Analysen der vergangenen Jahre zeigen eine Zunahme von intensivem Starkregen. Dieser Trend wird sich durch den menschengemachten Klimawandel voraussichtlich weiter verstärken, was die Region vor wachsende Herausforderungen stellt. Gleichzeitig weisen Untersuchungen im Bornheimer Stadtgebiet auf eine erhöhte Erosionsgefährdung einzelner Flächen hin.

Angesichts dieser Entwicklungen wird mit der neuen Förderrichtlinie „Dauerkulturen zur Starkregenvorsorge und zum Erosionsschutz“ frühzeitig in wirksame Maßnahmen investiert, um möglichst Schäden zu verhindern und absehbare erhebliche Folgekosten für Infrastruktur, Eigentum und kommunale Haushalte zu vermeiden.

Die Starkregenvorsorge durch Miscanthus auf Acker- und Dauerkulturflächen ist eine vergleichsweise kosteneffiziente Maßnahme im Vergleich zu Regenrückhaltebecken, deren Baukosten je nach Ausführung den Millionenbereich erreichen können. Zugleich entstehen keine dauerhaften Pflegekosten für den städtischen Haushalt.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt bereits gemeinsam mit einem Bornheimer Landwirtschaftsbetrieb ein Pilotprojekt gestartet und erste praktische Erfahrungen gesammelt. Das Projekt wurde durch die Universität Bonn wissenschaftlich begleitet. Am Campus Klein-Altendorf wird seit vielen Jahren zu Miscanthus geforscht. Die neue Förderrichtlinie baut auf den Erkenntnissen des Pilotprojekts auf und überführt den Ansatz in ein stadtweites Angebot.