Was bedeuten die Begriffe Starkregen und Hochwasser?

Starkregen bezeichnet ein Wetterereignis mit sehr hohen Niederschlagsmengen innerhalb kurzer Zeit - typischerweise Niederschläge von mehr als 25 Litern pro Quadratmeter pro Stunde oder mehr als 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden.

Hochwasser ist eine zeitlich begrenzte Überschwemmung von normalerweise nicht mit Wasser bedecktem Land, die hauptsächlich durch das Überlaufen von oberirdischen Gewässern (Flüsse, Seen) oder durch außergewöhnliche Niederschläge verursacht wird. 

Während Hochwasser als flächige Überschwemmung durch übertretende Gewässer definiert ist, handelt es sich bei Starkregen um ein lokales Wetterereignis, bei dem extrem große Niederschlagsmengen innerhalb kurzer Zeit überall, unabhängig von Flüssen, Sturzfluten verursachen können. 

Warum ist es wichtig, sich mit Starkregen und Hochwasser zu beschäftigen?

Die Auseinandersetzung mit Starkregen und Hochwasser ist essenziell, um durch rechtzeitige Vorsorge und Risikokenntnis das eigene Leben zu schützen, verheerende Schäden an Gebäuden und Infrastruktur zu minimieren und sich an die - durch den Klimawandel zunehmenden - Wetterextreme anzupassen. In vergangenen Analysen zeichnet sich eine Zunahme von heftigeren Starkregen mit höheren Intensitäten ab. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt (LANUK 2026). 

Auswirkungen auf EU Ebene

Auswirkungen auf EU Ebene

Europa ist der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt. Besonders Südeuropa, aber auch Zentral- und Nordeuropa sind zunehmend von Dürre und Wasserknappheit betroffen und nicht ausreichend auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet (EUCRA 2024 European Environment Agency). Die durch den menschengemachten Klimawandel zunehmende Hitze sowie veränderten Niederschlagsmuster begünstigen Dürre und Trockenperioden, welche wiederum hohe wirtschaftliche Verluste in vielen Sektoren verursachen. In Europa verursachen Dürren jährlich bereits Schäden von rund 9 Milliarden Euro, vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Energie und öffentliche Wasserversorgung. Mit einer Erwärmung um 3 °C könnten sich die Dürreperioden verdoppeln und die Schäden auf etwa 40 Milliarden Euro jährlich erhöhen (Europäische Kommission).

Auswirkungen in Deutschland und konkret NRW

Auswirkungen in Deutschland und konkret NRW

2018 und 2022 kam es in den Sommermonaten zu schweren Dürren, die gravierende Folgen für Landwirtschaft, wasserabhängige Industrie, Handel, Transport, Verkehr sowie für die Tier- und Pflanzenwelt hatten (BMUKN). In NRW gehörte der März 2025 zu den trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, nur ein einziger März war noch trockener. Es regnete einen Bruchteil dessen, was normalerweise zu erwarten wäre – etwa 84 Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt (Landesregierung NRW). Dies bedeutet niedrige Pegelstände, sinkende Grundwasserstände und steigende Waldbrandgefahr. Beispielsweise könnte ein Flächenbrand durch eine unachtsam weggeworfene Zigarette verursacht werden. Zudem bedeuten die resultierenden niedrigen Pegelstände, dass zum Beispiel der Transport von Ladung auf dem Rhein eingeschränkt werden kann, was die Wirtschaft negativ beeinflusst (Landesregierung NRW). Laut Landesregierung NRW ist ein weiteres Problem, dass durch Niedrigwasser die Konzentration von Chemikalien in den Gewässern steigt. (Weiterlesen, Interaktive Karte: Dürremonitor NRW)


Was macht die Stadt Bornheim bezüglich Dürre und Trockenheit?

2024 hat die Stadt Bornheim zusammen mit fünf weiteren Kommunen ein interkommunales Klimaanpassungskonzept für die Klimaregion Rhein-Voreifel erstellen lassen. Teil des Konzeptes ist eine Trockenheitsgefährdungs-Karte, welche auf einer einfachen Trockenheitsanalyse unter Berücksichtigung von Boden- und Geländeparametern basiert. Das Konzept und die Karte finden sich auf der Seite Klimaanpassung. Die Karte zeigt, dass die potenzielle Trockenheitsgefährdung in der Region fast flächendeckend mittel bis hoch ist. Im Klimaanpassungskonzept finden sich daher verschiedene Maßnahmen wie die Auswahl von klimawandelangepassten Pflanzenarten bzw. resilientem Stadtgrün (Maßnahme Q4) oder die Bewässerung urbaner Vegetation (Q5), um eine optimale Wasserversorgung bei Trockenperioden sicherzustellen. 

Klimaresiliente Bepflanzung

Klimaresiliente Bepflanzung

Im urbanen Bereich Bornheims werden insbesondere Klimabäume eingesetzt, die besonders resilient sind und den Veränderungen des Klimawandels standhalten können. Die Auswahl der Bäume beruht auf verschiedenen Listen wie z. B. der aus dem Projekt „Stadtgrün 2021“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau oder der Düsseldorfer Liste. Zudem werden die Baumstandorte nach den Richtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) gestaltet, um mehr Wurzelraum zu schaffen und Substrate zu verwenden, die Wasser speichern können. Auch bei Unterpflanzungen wie Stauden wird möglichst auf trockenheitstolerante Arten geachtet.

Sensorunterstützte Bewässerung

Sensorunterstützte Bewässerung

Die Stadtverwaltung beauftragt die Bewässerung der Pflanzen durch eine Firma. Um den Bedarf z. B. bei Trockenheitsperioden zu überwachen, sind im gesamten Stadtgebiet Sensoren verteilt, welche die Bodenfeuchte messen (Stand 31.07.25: 10 Stück). Dies soll gewährleisten, dass das Stadtgrün auch in den Trockenheitsperioden gedeihen kann.

Artenvielfalt

Artenvielfalt

Eine erhöhte Artenvielfalt ist wichtig, um die Resilienz zu stärken und z. B. Schädlingen vorzubeugen, die durch den Klimawandel begünstigt werden. Bei Staudenbepflanzungen wird beispielsweise darauf geachtet, dass in den Beeten möglichst mindestens zwei verschiedene Arten gepflanzt werden. Bei einzelnen größeren Beeten finden sich sogar bis zu 10 verschiedene Pflanzenarten - meist heimische Wildpflanzen.


Was ist der nationale und internationale Kontext?

2023 hat das Bundeskabinett die Nationale Wasserstrategie für den Zeitraum bis 2050 verabschiedet. Ziele sind unter anderem, eine gesicherte, qualitativ hochwertige, bezahlbare Trinkwasserversorgung für die nächsten 30 Jahre und länger zu gewährleisten, die Wasserqualität verschiedener Gewässer wie Seen weiterhin sicherzustellen, den naturnahen Wasserhaushalt zu fördern und klimaangepasste Infrastruktur zur Wasserver- und entsorgung zu schaffen (BMUKN).

Auf EU-Ebene gibt es eine Wasserresilienzstrategie, welche im Juni 2025 durch die Europäische Kommission angenommen wurde. Die drei Hauptziele der Strategie sind die Wiederherstellung und der Schutz des Wasserkreislaufs, eine Wirtschaft mit intelligenter Wassernutzung und sauberes, bezahlbares Wasser für alle (EK).