Kapelle mit Torbogen auf dem alten Friedhof. FOTO: STADT BORNHEIM

Überblick

Merten ist mit rund 5.600 Einwohnern einer der größten Orte Bornheims. Der Vorgebirgsort verfügt über eine sehr gute Infrastruktur. In Merten gibt es mehrere Kitas, eine Grundschule, eine Sekundarschule, ein Seniorenzentrum mit Senioren-WG und Mutter-Kind-Haus, mehrere Arztpraxen, Bankfilialen, ein modernes Einkaufszentrum, einen Obstbaubetrieb, mehrere Restaurants und Gaststätten sowie einen Stadtbahnanschluss. Im Ort werden Tradition und Brauchtum gepflegt. Höhepunkte sind die Kirmes und der Karnevalszug, der traditionell am Veilchendienstag durch den Ort zieht. Von den Vorzügen des Vorgebirgsorts war auch Nobelpreisträger Heinrich Böll überzeugt.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte der Schriftsteller in Merten. Böll und seine Frau Annemarie fanden ihre letzte Ruhe auf dem alten Mertener Friedhof. Dort befindet sich auch die Kapelle, die 1948 nach den Plänen von Heinrich Bölls Onkel Alois als Gefallenengedächtnisstätte neu errichtet wurde. Ihr romanischer Chor stammt aus dem Jahr 1170, das ebenfalls romanische rundbogige Portal aus dem 13. Jahrhundert. In Merten findet man auch Naherholung. So kann man auf dem Heinrich-Böll-Weg auf den Spuren des Literaturnobelpreisträgers wandeln. Der knapp drei Kilometer lange Rundweg verläuft entlang der Orte Merten und Rösberg.

Ortsgeschichte

Ortsgeschichte

Merten wird im Jahr 1173 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Tatsächlich ist der Ort aber viel älter. Eine detaillierte Entstehungsgeschichte von den Anfängen bis heute wäre zu umfangreich. Daher wird an dieser Stelle nur bis zur Besiedlung und Namensgebung durch die Franken berichtet. Funde bezeugen mehrfach Siedlungsspuren aus prähistorischer Zeit. Am Abhang des Schneebergs wohnten bereits gegen Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. die ersten Siedler, deren Tongefäße in Wohngruben gefunden wurden. Darüber hinaus wiesen die Überreste dreier Grabhügel auf der Mertener Heide auf Siedler in den letzten Jahrhunderten v. Chr. hin. 450 Jahre lang beherrschten die Römer unsere Heimat. So finden sich auch in Merten Spuren aus dieser Zeit: Zahlreiche Baureste, Überreste von Bädern, Wasserleitungen und Münzen belegen, dass sich an der Stelle des heutigen Merten eine römische Siedlung befand.

Ein Stück der römischen Wasserleitung, die von der Eifel u. a. auch über Merten nach Köln führte, kann man übrigens heute noch vor dem Bornheimer Rathaus besichtigen. Darüber hinaus liegt Merten im Winkel zweier Römerstraßen, der Schubertstraße und der Bonn-Brühler Straße. Und die Bezeichnung des Mertener Ortsteils Trippelsdorf führte der Kölner Historiograph der Frühen Neuzeit, Aegidius Gelenius, auf den Namen des römischen Heerführers „Trebellius“ zurück. Noch um 1750 und in späteren Jahren hieß dieser Ortsteil „Trebelsdorff“. Nicht zuletzt wurde nach dem Vorbild der Römer in Merten Wein angebaut. Als die römische Besatzung schließlich nach Italien abzog, nahmen die Franken das linke Rheinufer in Besitz. Nach und nach entstanden auch am Vorgebirge Höfe aus Holz und Lehm. Nach der Christianisierung erhielt Merten dann seinen Namen vom Nationalheiligen der Franken St. Martin.

Ansprechpartner

Hans-Gerd Feldenkirchen
Ortsvorsteher Merten
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Dorfgemeinschaft Merten
Dorfgemeinschaft
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