Notfallvorsorge

Maßnahmen der Stadt Bornheim zur Energieeinsparung und Tipps zur Vorsorge in möglichen Krisensituationen

Sehr geehrte Bornheimerinnen und Bornheimer,

in den letzten Jahren erleben wir mit der Corona Pandemie, den Folgen des Klimawandels und dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine samt seinen Auswirkungen mehrere Krisen gleichzeitig. Auf die Ursachen dieser Krisen haben wir keinen unmittelbaren Einfluss. Daher kann manchmal ein Gefühl der Hilf- und Machtlosigkeit entstehen. Diesem Gefühl können wir begegnen, indem wir uns auf unsere Stärken und auf das besinnen, was wir hier vor Ort tun können: unseren Zusammenhalt und unseren Gemeinsinn. Die Corona-Pandemie und auch das Starkregenereignis haben einmal mehr gezeigt, dass Solidarität und Nachbarschaftshilfe eine große Stärke unserer Stadt und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner sind.

Derzeit beschäftigt uns ganz besonders die Energiekrise, die wir alle unmittelbar zu spüren bekommen. Es droht eine Gasknappheit, die Energiepreise sind schon jetzt drastisch gestiegen. Energiesparen ist deshalb das Gebot der Stunde und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich auch die Stadt Bornheim nicht entziehen kann und darf. Unsere Stadt hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und sich auf den Weg gemacht - und zwar nicht allein. Denn der Rhein-Sieg-Kreis und die 19 kreisangehörigen Städte und Gemeinden haben sich auf gemeinsame Maßnahmen zur Energieeinsparung geeinigt. Sie entsprechen der neuen Energieeinsparverordnung der Bundesregierung, die am 1. September 2022 in Kraft getreten ist, gehen teilweise aber auch darüber hinaus. Im Folgenden möchte ich Sie sowohl über die aktuelle Situation als auch über die bereits in den vergangenen Wochen ergriffenen Maßnahmen informieren.      

Für Bornheim gilt, dass wir insgesamt gut aufgestellt und für Krisensituationen gut gerüstet sind. Dennoch kann man nicht gänzlich ausschließen, dass es zu herausfordernden Situationen kommen kann. Dazu zählt etwa ein länger anhaltender Stromausfall. Dann ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Dazu gehört auch, dass sich jeder frühzeitig mit dem Thema „Vorsorge“ beschäftigt, um entsprechend vorbereitet zu sein. Und sollte es zeitweise zu einer Notsituation kommen, bitte ich Sie: Unterstützen Sie sich, haben Sie einen Blick für andere, in Ihrem Umfeld, in Ihrer Straße, Ihrem Ort. Die Vergangenheit hat auf eindrucksvolle Art und Weise gezeigt, dass wir gemeinsam auch schwierigere Situationen meistern und überstehen.

Was tut die Stadt Bornheim in der aktuellen Lage?

Was tut die Stadt Bornheim in der aktuellen Lage?

Mitte August hat die Stadt die bisherigen Maßnahmen bereits der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf drei Themenblöcke: „Ausschalten der Beleuchtung“, „Regelung der Raumtemperaturen“ und „Absenkung der Wassertemperatur“. So ist etwa vorgesehen, die Außenbeleuchtung von öffentlichen Gebäuden generell auszuschalten, in den Verwaltungen werden Büroräume auf nur noch 19 Grad Celsius beheizt. Auf die Beheizung von Fluren wird gänzlich verzichtet. Außerdem wird die Wassertemperatur von Duschen in Turnhallen und Schwimmbädern abgesenkt. Alle Maßnahmen im Detail hat der Rhein-Sieg-Kreis auf seiner Homepage veröffentlicht.

Um zusätzlich Energie zu sparen, hat die Stadt Bornheim darüber hinaus für ihre eigenen Liegenschaften sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenfalls Maßnahmen und Verhaltensregeln festgelegt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sind aufgefordert, mit dem Energieverbrauch so sparsam wie möglich umzugehen. Elektrische Geräte sollen nur zielgerichtet verwendet werden. Bei ausreichender Helligkeit soll das Licht ausgeschaltet werden. Führen Besprechungen und Außentermine dazu, dass man länger als eine Stunde nicht am Arbeitsplatz ist, sollen Computer heruntergefahren und Bildschirme ausgeschaltet werden. Es sollte grundsätzlich überlegt werden, ob private Kühlschränke zwingend erforderlich sind. Im Zweifel sollen Kühlschränke gemeinsam genutzt und alte Geräte abgeschaltet werden.

Und am 31. Oktober 2022 – einem sogenannten „Brückentag“ wird die Verwaltung geschlossen sein, sodass der Energiebedarf des Rathauses und seiner Nebenstellen an jeweils vier Tagen am Stück reduziert werden kann.

Die Trinkwarmwasserbereitung wurde bis auf weiteres außer Betrieb genommen und bleibt auch nach Beginn der Heizperiode bis auf Widerruf abgeschaltet. Zudem wurden die Untertischgeräte und elektrischen Warmwasserbereiter ausgeschaltet. Davon ausgenommen sind Kindertagesstätten, Notunterkünfte, Mietwohnungen und Mensabetriebe. Mittelfristig soll die Trinkwarmwasserbereitung in Neubauten so ausgelegt werden, dass möglichst keine Wärmeverluste mehr auftreten. Heizungstechniken werden geprüft und gegebenenfalls modernisiert. Und in Sporthallen wird die Temperatur auf 18 Grad Celsius reguliert. Auch nach der Krisensituation wird die Wassertemperatur in den Duschen durch Thermostatarmaturen auf 30-34 Grad Celsius abgesenkt. Die Lüftungsanlagen in Sporthallen sollen mit Bewegungssensoren bzw. mit CO2-Sensoren ausgestattet werden. Die Beleuchtung soll grundsätzlich über Lichtsensoren gesteuert werden.

Und was können Privathaushalte tun?

Und was können Privathaushalte tun?

Auch Privathaushalte haben die Möglichkeit, an vielen Stellen Energie und Kosten einzusparen und damit gleichzeitig einer möglichen Mangellage vorzubeugen. Auch hier macht die Stadt Bornheim gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis und den anderen kreisangehörigen Städten und Gemeinden Vorschläge zu potenziellen Maßnahmen, die von Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden können. Die erarbeiteten Hinweise zu Einsparpotentialen in zahlreichen Bereichen des Alltags, z. B. beim Heizen, bei der Beleuchtung, der Belüftung oder beim Kochen und Waschen, hat der Rhein-Sieg-Kreis auf seiner Homepage veröffentlicht. Darüber hinaus finden sich auf dieser Seite wertvolle Tipps, wie man sich auf einen länger andauernden Stromausfall vorbereiten kann – für den Fall also, dass Haushaltsgeräte wie Herd und Waschmaschine nicht mehr funktionieren, das Licht ausfällt und möglicherweise die Heizung kalt bleibt. Auch auf aktuelle Informationsangebote der Energieagentur Rhein-Sieg wird dort verwiesen.

Ebenso hat die Stadt Bornheim auf ihrer Internetseite unter dem Stichwort "Notfallvorsorge" entsprechende Informationen zum Thema „Energiesparen und Notfallvorsorge“ zusammengestellt.

Weiterhin besteht für Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich im Rahmen der interkommunalen Energieberatung zu Einsparpotenzialen im Alltag und weiteren Themen des privaten Energieverbrauchs individuell beraten zu lassen. Eine kostenlose Erstberatung ist vor Ort, in den Rathäusern der sechs linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises, telefonisch oder per Video-Chat möglich. Termine dafür und für eine kostenpflichtige Beratung zu Hause können bei der Energieagentur Rhein-Sieg telefonisch unter 02242/969300 oder per E-Mail an info(at)energieagentur-rsk.de vereinbart werden.

Die Stadt Bornheim richtet Anlaufstellen ein

Die Stadt Bornheim richtet Anlaufstellen ein

Wenn einmal der Strom ausfällt, sind wir in nahezu allen Lebenslagen eingeschränkt. Wir hoffen natürlich, dass es nicht zu einem solchen länger anhaltenden und größere Flächen betreffenden Ausfall kommt. Ganz ausschließen können wir es nicht. Deshalb gilt es, mit Ruhe und klarem Verstand, Vorbereitungen für eventuelle Notsituationen zu treffen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt ohnehin schon seit Jahren, dass in jedem Haushalt immer Lebensmittel für zehn Tage vorrätig sein sollten. Um zehn Tage zu überbrücken, benötigt man z.B. pro Person etwa 20 Liter Wasser und Konservendosen eignen sich grundsätzlich gut zur Bevorratung. Informationen zur Planung der persönlichen Notfallvorsorge mit ausführlichen Checklisten stellt insbesondere auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zur Verfügung unter www.bbk.bund.de.

Der Situation entsprechend, appellieren der Rhein-Sieg-Kreis und die 19 Städte und Gemeinden an die Bevölkerung, eine maßvolle Eigenvorsorge zu betreiben. Wertvolle Tipps, wie diese Vorsorge aussehen kann, stellt der Rhein-Sieg-Kreis auf seiner Internetseite zur Verfügung.

Auch die Stadt Bornheim ist vorbereitet und hat Vorkehrungen getroffen, um unabhängig von der Verfügbarkeit von Strom und Gas die Dienstleistungen für die Einwohnerinnen und Einwohner in den wesentlichen Bereichen aufrecht erhalten zu können. Dabei geht es vor allem darum, die Erreichbarkeit und die Kommunikation sicherzustellen. Zu diesem Zweck werden in unserem Stadtgebiet zehn Anlaufstellen eingerichtet, die erleuchtet sind und aus allen Ortschaften zu Fuß zu erreichen sind. Dort kann man sich über die aktuelle Lage informieren. Es können aber auch Notfälle gemeldet werden, die direkt an die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises weitergeleitet werden

Dabei arbeitet die Stadt Bornheim eng mit den Diensten unserer Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Malteser Hilfsdienst und dem Technischen Hilfswerk zusammen. Insbesondere unsere Feuerwehr wird all ihr Know-how einbringen und auch im Falle eines Stromausfalls einsatzfähig bleiben. Mindestens vier Feuerwehr-Gerätehäuser – Bornheim, Hersel, Waldorf und Sechtem – wären dauerhaft besetzt, um den Brandschutz sicherzustellen.

Die Anlaufstellen im Überblick:

Verbundschule Uedorf                 Heisterbacher Straße 175
Grundschule Rösberg                   Weberstraße 19
Grundschule Walberberg             Walburgisstraße 11-13
Feuerwehrgerätehaus Sechtem  Straßburger Straße 4A
Pfarramt Brenig                             Haasbachstraße 3
Europaschule                                 Goethestraße 1 in Bornheim-Ort
Grundschule Hersel                      Rheinstraße 166
Heinrich-Böll-Gesamtschule        Beethovenstraße 57 in Merten
Stadtbetrieb Bornheim                 Donnerbachweg 15 in Waldorf
Rathaus                                           Rathausstraße 2 in Roisdorf

Liebe Bornheimerinnen und Bornheimer,

zwischen sachlicher Information und Beunruhigung liegt ein schmaler Grat. Deshalb möchte ich zum Abschluss betonen, dass dieses Schreiben ausschließlich in der Absicht verfasst wurde, Sie bestmöglich zu informieren. Durch diese Information können Sie selbst gezielte Vorsorgemaßnahmen ergreifen und einem möglichen Stromausfall mit Ruhe und Gelassenheit entgegensehen.

Die allerbeste Vorsorgemaßnahme, an der wir uns alle beteiligen müssen, ist allerdings das Energiesparen. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns alle angeht. Und wir können alle einen Beitrag leisten, sie erfolgreich zu meistern. Je mehr Energie wir sparen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es zu einem sogenannten „Blackout“ – also einem länger anhaltenden Stromausfall – kommen kann. Dies sollte uns Mut machen.

Die Stadtverwaltung hat ein ganzes Paket an Energiesparmaßnahmen geschnürt. Machen Sie mit und leisten auch Sie Ihren ganz persönlichen Beitrag. Dann bin ich überzeugt, dass wir den kommenden Winter gut überstehen werden, niemand frieren muss und wir uns auf bessere Zeiten freuen dürfen.     

Herzlichst

Christoph Becker
(Bürgermeister)


Angesichts der drohenden Energiekrise hat der Rhein-Sieg-Kreis in Kooperation mit den 19 kreisangehörigen Städten und Gemeinden eine Kampagne aufgelegt. Im ersten Teil geht es ums Energiesparen, im zweiten um das Thema "Vorsorge".

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